Lewis Carroll

Alles über Alice

Alices Abenteuer im Wunderland; Durch den Spiegel und was Alice dort fand
Europa Verlag, Hamburg 2002
ISBN 9783203759500
Gebunden, 344 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Günther Flemming und Friedhelm Rathjen. Mit einer Einführung und Anmerkungen von Martin Gardner. Illustrationen von John Tenniell. "Alles über Alice" ist ein großes Hausbuch für die ganze Familie, zum erstmals oder wieder Lesen der Carroll-Texte und zum Entdecken zahlreicher vielfältiger wie anregender Geschehnisse und Geschichten darum herum.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2003

Holger Gumprecht ist von diesem Band, der neben den beiden Alice-Romanen von Carroll die Original-Illustrationen von John Tenniel und die ausführlichen Anmerkungen und Anekdoten von Martin Gardner enthält, hellauf begeistert. Der Band sei nicht nur "außergewöhnlich liebevoll gestaltet", preist der Rezensent, sondern führe durch die Anmerkungen Gardners "kenntnisreich" in diese Meisterwerke Carrolls ein. Gumprecht lobt Martin Gardners "wertvolle Hilfe", der durch seine Kommentare die ansonsten für heutige Leser kaum zu entschlüsselnden Wortspiele auflöst und schwärmt, dass das "Wiederlesen" der Alice-Romane durch die oft seitenlangen Deutungen Gardners zu einem "einzigartigen Vergnügen" wird. Die Übertragung der Kommentare durch Friedhelm Rathjen ist dem Rezensenten noch ein Extralob wert, weil dieser sich nicht darauf beschränkt hat, sie ins Deutsche zu übersetzen, sondern ihnen durch die Analyse weiterer Texte von deutschen Autoren wie Jandl oder Ringelnatz eine "weitere Dimension" verleiht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2002

Mit den Fans von "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Charles Lutwidge Dodgson hieß und in Oxford Mathematik lehrte, verhalte es sich ähnlich, meint Michael Rutschky, wie mit den Fans von Donald Duck oder Arno Schmidt. Zwei neue Veröffentlichungen über Alice werden die Herzen der "Alicianisten" höher schlagen lassen, ist sich der Rezensent sicher. Einmal der "postfeministische" Band "Rätselhafte Alice" von Katie Roiphe und schließlich der "albumgroße" Band "Alles über Alice". Der enthalte die beiden Alice-Erzählungen, nähere Informationen zu den Texten nebst "Weitererzählungen" und mache als "Coffeetable-Book", schwärmt Rutschky, einen recht "veritablen" Eindruck. Der stattliche und "aufwändig gestaltete" Band erinnert den Rezensenten an jene Präsentationsbücher aus viktorianischer Zeit und im Glossar könne der Leser, warnt und verspricht Rutschky zugleich, alle erwünschten und unerwünschten "Aufklärungen" über Alice verfolgen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2002

Nur wundern kann sich Franziska Augstein, dass ausgerechnet das Viktorianische Zeitalter derart viele bemerkenswerte Kinderbücher hervorgebracht hat. Das Prädikat "Familienbuch", das der Herausgeber diesem Buch verliehen hat, findet sie ganz und gar berechtigt, weil neben den Abenteuern von Alice und den "berühmten" Illustrationen von Tenniel auch die "anregenden" Anmerkungen des Mathematikers Gardner enthalten sind, die sich an erwachsene Leser wenden. Dabei befasst sich Gardner durchaus nicht nur mit den mathematischen Spielereien, die Carroll in seinem Kinderbuch entwickelt, sondern macht sich beispielsweise auch Gedanken über den Einfluss des Buches auf die Beatles, so die Rezensentin angetan. Auch die Übersetzung von Friedhelm Rathjen bekommt von ihr viel Lob, wobei sie auch begeistert von den zusätzlichen "spezifisch deutschen" Vermerken Rathjens ist. Die Übertragung von "Alices Abenteuer im Wunderland" von Günther Flemming erkennt Augstein als "Klassiker" an und lobt die Nähe zum englischen Original, die "philologisch ambitionierten Lesern" entgegenkommt. Allerdings hätte sie persönlich die Übersetzung von Christian Enzensberger favorisiert, wobei sie zugibt, dass die vielleicht ein bisschen altmodisch ist.
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