Lena Gorelik

Meine weißen Nächte

Roman
Cover: Meine weißen Nächte
SchirmerGraf Verlag, München 2004
ISBN 9783865550101
Gebunden, 288 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In ihrem komischen, leise melancholischen Debütroman erzählt Lena Gorelik von den Irrungen und Wirrungen einer jungen Frau, die eigentlich damit ausgelastet wäre, sich zwischen ihrem Freund und ihrem Ex-Freund zu entscheiden - aber immer wieder von ihrer russischen Familie auf den Boden der Tatsachen geholt wird.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Elf Jahre alt war die Erzählerin als sie mit ihrer Familie aus Petersburg in ein Asylantenheim in Deutschland kam. "Meine weißen Nächte" von Lena Gorelik schildert in zahlreichen Anekdoten - ohne die Schrecklichkeiten zu verschweigen - amüsant die Eingewöhnung einer russischen Familie in die deutsche Übersichtlichkeit...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.02.2005

Ein unbeschwertes Erstlingswerk ist Lena Gorelik mit "Meine weißen Nächte" gelungen, meint Susanne Messmer in ihrer wohlwollenden Besprechung. Der Roman handelt von Anja, die in St. Petersburg aufgewachsen und Anfang der neunziger Jahre mit ihrer Familie nach Deutschland gezogen ist, wo sie eine Zeitlang in einem Wohnheim leben musste. Anja studiert mittlerweile in München und wünscht sich nichts sehnlicher, als dazuzugehören, nicht aufzufallen, so zu sein wie ihre deutschen Altersgenossen. Ihr Münchener Alltag ist denn auch ziemlich unspektakulär - und dessen Beschreibung auch eher langweilig. Sie wird aber kontrastiert durch die Schilderung der Kindheit in Russland, die wiederum sehr spannend ist, wie die Rezensentin findet. Gerade das Langweilige sei aber auch irgendwie interessant, argumentiert Messmer etwas undurchschaubar, denn oft lauere ja gerade das Monströse hinter der Hollywoodschaukel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2004

Sebastian Handke findet diesen Debütroman der seit 1992 in Deutschland lebenden russischen Autorin Lena Gorelik zumindest zum Teil recht gut gelungen. Insbesondere die "quasi-ethnologischen" Beobachtungen, die die offensichtlich autobiografisch gezeichnete Hauptfigur Anja in ihrer neuen Heimat in Schwaben macht, sind mitunter von geradezu "hinreißender" Komik, so der Rezensent begeistert. Sehr gut gefällt ihm auch der Teil, der sich mit den Erinnerungen Anjas an die Kindheit in Sankt Petersburg und mit den ersten Jahren in Ludwigsburg befasst, und er lobt ihn als "gut gelungen und ausgesprochen unterhaltsam". Weniger überzeugend scheinen Handke die Schilderungen aus der Gegenwart, in der sich die Protagonistin zwischen einem deutschen und einem russischen Mann hin und her gerissen fühlt. Hier sieht sich der Rezensent mit den "Luxusproblemen des russischen Emigranten" konfrontiert, die ihn nicht wirklich interessieren und zudem wird ihm oft "zu beflissen erklärt", was eigentlich für sich spricht. Gorelik verfügt über einiges "erzählerisches Talent" und sie hat durchaus "Gespür für die feine Balance aus Leichtigkeit und Melancholie", versichert der Rezensent. Er hätte sich nur "etwas mehr Herzblut" in diesem Buch gewünscht, dann, meint Handke mit ein bisschen Bedauern, "hätte dieser Roman richtig gut werden können".
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