Laura Wagner

Tutto bene

Roman
Cover: Tutto bene
DuMont Verlag, Köln 2026
ISBN 9783755800873
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mars, Snickers, Happy Cherries - wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen, genauso wie den Kontakt zu ihrem Vater, der vermutlich irgendwo auf einer Parkbank seinen letzten Rausch ausschläft. Und auch Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Ist doch tutto bene, oder? Nicht. Aber dann ist da plötzlich Ingrid: fünfzehn, rotzfrech und seit Neuestem Schülerpraktikantin im Späti. Nicht nur Udo, der einzig für Schokolade und Energydrinks hinter seinem Gaming-Computer hervorkriecht, mag die neunmalkluge Teenagerin auf Anhieb. Auch Emma lässt Ingrid bald unbedacht in ihr Herz. Unbedacht, denn jetzt muss sie ihre Probleme wirklich angehen - und die steigern sich exponentiell, als sie den Matrosen, der eigentlich Leo heißt, kennenlernt. Er will das, was sie seit Jahren scheut: eine Beziehung, mit allem, was dazugehört. Doch Emma wagt ja noch nicht mal, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wie soll sie sich da zu so etwas Großem committen? Sich jemandem auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, ist schon schwer genug.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 16.07.2026

Potenzial hat dieser Roman, findet Rezensentin Marie Schoeß, aber Laura Wagner macht in ihrem Debütroman zu wenig daraus. Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist Emma, die nach einem abgebrochenen Studium in einem Späti arbeitet - nicht zuletzt, um ihre Eltern zu provozieren. So weit, so originell, findet Schoeß, als ein "Mikrokosmos des Großstadtlebens" macht ein Späti durchaus etwas her als literarisches Setting. Nur leider ist Wagners Buch sprachlich zu schlicht geraten. Die phrasenhaften Wendungen, die an die Lyrics von Popmusik oder auch an Instagram erinnern, gefallen der Rezensentin nicht besonders, und richtig ungelenk findet sie, wie Wagner Songtexte in den Romantext integriert. Dass die auf eine Sprache ziele, die nah am gesprochen Wort ist, entschuldigt auch nicht die Eintönigkeit dieses Romans, findet Schoeß. Allzu simpel erscheint ihr nicht zuletzt, wie alle Probleme im Leben der Figuren unglücklichen Kindheitserfahrungen angelastet werden. Also alles andere als "Tutto bene" - insgesamt ergibt das einen veritablen Verriss.

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