Thomas Gsella

Blau unter Schwarzen

Gsellammelte Prosa
Cover: Blau unter Schwarzen
DuMont Verlag, Köln 2010
ISBN 9783832195434
Gebunden, 200 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Deutschland liebt seinen Gsella. Er selbst findet Deutschland so mittel, wie zuletzt seine Stadtgedichte zeigten. Doch nun ist Schluss mit dem Dichten. Der "uneheliche Sohn Robert Gernhardts" zieht eine erste Bilanz: Dabei begibt sich das lyrische Ich unter die anderen - und wird dabei ganz prosaisch. Ob als "Lyrikjuror in Rostock", im "Eschweger Kiwikrieg", "Unter den Kunterbunthustern" oder mit "E. Stoiber auf Gomera": Gsella fremdelt, sogar mit sich selbst. Gsella - seufzt und säuft. Prustet und hustet. Raucht und - hustet wieder. Ist lustiger als Uwe Tellkamp und Durs Grünbein zusammen. Schöner als Jean-Paul Sartre. Unglücklicher als Eckart von Hirschhausen. Und deutlich älter als Daniel Kehlmann. Seine Humoresken verbinden den höchsten Ton mit den niedersten Instinkten. Sie sind ein bunter Reigen von Ungereimtheiten, das Destillat eines langjährigen Schaffens zwischen Wahn und Sinn.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.06.2010

Nicht wirklich erwärmen kann sich Rezensent Burkhard Müller für diesen Band mit Texten von Thomas Gsella. Die Satiren des Titanic-Redakteurs scheinen ihm, einzeln und nebenbei goutiert, gelegentlich durchaus amüsant, ihre geballte Lektüre allerdings hat ihm kein echtes Vergnügen bereitet. Ja, die Wiederaufbereitung in Buchform macht in seinen Augen die Schwächen der Texte offenbar. Die Burleske über Edmund Stoiber etwa hält er für misslungen und auch sonst findet er vieles einfach nur "albern", ja "fade". Zudem hält Müller dem Autor vor, fast zwanghaft jeden dämlichen Gag machen zu müssen, der sich anbietet. Sein Fazit: Gsella habe seinem Werk keinen Gefallen getan, "als er ihm eine Form gab, der es nicht standhielt". Dem Leser der Kritik bleibt nur noch die Frage, warum so ein Werk dann die Ehre einer Besprechung in der SZ erhält.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.04.2010

Seine wenigen Einwände gegen das Buch des langjährigen Titanic-Redakteurs Thomas Gsella hakt Christoph Schröder schnell ab: eine Art von Humorstalinismus, Eitelkeit, gelegentliche moralische Verbissenheit. Der Rest ist Humor a la NFS, wie Schröder ihn kennt und liebt. Die größtenteils in der Titanic erschienenen Texte schätzt er, weil sie so ziemlich auf alles einschlagen, was sich bewegt, und weil sie das sehr gründlich tun und der Autor den Kalauer ebenso beherrscht wie den hintergründigen Knockout. Das gilt. Ob Gsella nun George Bush oder Markus Söder bei ihren anarchischen Entgleisungen beobachtet oder aus dem Notizblock plaudert.
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