Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in diesem Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen. Die beiden Journalistinnen haben mit Überlebenden gesprochen, Experten befragt, die Motive männlicher Gewalttäter untersucht und ihre grausamen Taten hier rekonstruiert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.03.2021
Rezensentin Ramona Westhof beteuert die Wichtigkeit des Buches von Laura Backes und Margherita Bettoni. Das Problem männlicher Gewalt gegen Frauen als ein strukturelles zu erkennen, helfen die Autorinnen laut Westhof mit einer Reihe von relevanten Themenkapiteln, etwa zur Begriffskritik, zu typischen Beziehungsverläufen oder zur Präventionsarbeit. Die internationale Perspektive sowie umfangreiches statistisches Material im Buch ermöglichen es Westhof, juristische und gesellschaftliche Unterschiede zu erkennen. Die eingestreuten Erfahrungsprotokolle gehen Westhof unter die Haut und verdeutlichen ihr, wie groß der Handlungsbedarf ist.
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