Aus dem Englischen von Eva Bonné. Ein Roman über den Sinn im Leben und die Suche danach. Seit fünf Jahren arbeitet Ingrid auf dem riesigen Kreuzfahrtschiff WA. Ihre Tätigkeiten unterliegen dem Rotationsprinzip: mal bietet sie im Souvenirshop unnütze, aber teure Mitbringsel an, mal lackiert sie den Gästen die Fingernägel, dann wieder muss sie den Schiffspool beaufsichtigen. Zwischendurch gibt es mal einen Tag Landgang, an dem Ingrid sich für gewöhnlich maßlos betrinkt. Als sie von Keith, dem Schiffskapitän und selbsternannten Guru eines fragwürdigen Mentorenprogramms auserwählt wird, ändert sich die Gleichförmigkeit ihres Daseins. Keith drängt sie zur Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit: eine kaputte Ehe, ein unerfüllter Kinderwunsch und ein exzessives Konsumverhalten treten an die Oberfläche, und Ingrid muss sich die Frage stellen, wie lange sie ihre Vergangenheit noch umschiffen kann.
Lara Williams Roman sorgt bei Rezensent Christoph Vormweg für "Hochspannung". Es geht um Ingrid, eine Angestellte auf einem Kreuzfahrt-Schiff, die während ihrer Arbeit funktioniert, an ihren 3 Tagen Landgang im Jahr jedoch zur Alkoholikerin und von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dabei offenbart das im Vergleich zu David Foster Wallaces Abgesang auf die Kreuzfahrtdekadenz anfangs noch harmlos scheinende Setting - Ingrid scheint an ihrem Arbeitsplatz zufrieden, hat Freunde - schnell "verstörende" Züge, so Vormweg: wenn Ingrid etwa mit ihren erwachsenen Freunden Mutter-Vater-Kind spielt, oder versucht, mit Schneckenbesteck das Bullauge in ihrer Kajüte zu öffnen. Wie Williams diese Indizien streut und die punktuell ausbrechende Alkoholsucht ihrer Protagonistin schildert, "knallhart und doch sinnlich", mit "gekonnt" eingesetzter Motivik, imponiert dem Rezensenten. Ob es am Schluss zu einer Heimkehr im Sinne Odysseus' kommt, lässt er offen.
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