Fünf Nummer-1-Alben in Folge, ein eigenes Fitnessprogramm und über 1,8 Millionen Facebook-Fans - Kollegah ist der Boss der deutschen Rapszene. Und nur der Boss weiß, wie man vom Lauch zum echten Boss wird. Der Schlüssel dazu ist ein starkes Alpha-Mindset: 'Ein Alpha richtet den Blick auf den Horizont, nicht auf den Arsch irgendeines Anführers', rät Kollegah denjenigen, die ihm auf dem steinigen Weg der Bosshaftigkeit folgen wollen. Die Gebote, die man beachten muss, um der Welt den eigenen Stempel aufzudrücken, vereint dieses Buch.
"Das ist alpha!" ist Wegbegleiter, Coach und Kumpel für alle Lebenslagen. Im typischen Kollegah-Sound werden die zehn wichtigsten Regeln vorgestellt, die man verinnerlicht haben sollte, wenn man sich auf den lohnenden Weg zu Erfolg, Geld und Glück im Leben begeben möchte. Mehr Boss geht nicht!
Dass man höchstens einmal die Woche masturbieren sollte, um ein richtiger "Boss" zu werden, lernt Felix Zwinscher in den 10 Boss-Geboten des als Felix Blume geborenen Rappers Kollegah. Ein Sixpack, ein bisschen Bildung und Sozialkompetenz sind für die Bosswerdung auch nicht schlecht - und kochen sollte man ebenfalls können, erfährt der Kritiker, der sich anhand vom im Buch abgedruckten Sparkassenkontoauszügen auch überzeugen kann, dass Blume es so 2014 zu seiner ersten Millionen gebracht hat. Von Blumes Frauenbild und seinen Klagen über die "Verweichlung des Gesellschaft" möchte Zwinscher lieber gar nicht anfangen, aber die pubertären Fans werden zwischen Pizza, Porno und Party bestimmt einiges aus diesem Ratgeber mitnehmen, ahnt er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2018
Eigentlich ist Kollegahs Anleitung zur gelungenen Lebensführung ziemlich spießig, findet die überraschte Rezensentin Juliane Liebert. Wenn man das großspurige Gerede von Lauchs, Alphas und Bossen genauer betrachtet, bleibt nämlich nichts weiter als ein "sozialdarwinistisch neoliberaler Selbstoptimierungs"-Ratgeber, wie es schon unzählige gibt, fährt die Kritikerin fort. Auch wenn Kollegah versuche, sich mit dezenter Homophobie, überspitzter Ausdrucksweise und "Pin-Up"-artigen Porträts seiner Selbst von den anderen Erfolgs-Gurus abzusetzen, erscheint er der Rezensentin nach der Lektüre als eben solcher - auch wenn er diese "für Lauchs hält, die ihr Hartz-IV aufbessern wollen", schließt sie.
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