Mit über 80 Lebensjahren kann Christoph von Dohnanyi auf eine sehr kontinuierliche Karriere zurückblicken, die ihn an zahlreiche erste Opernhäuser und zu den bedeutendsten Orchestern der Welt führte. Hier zieht er Bilanz - pointiert, persönlich, engagiert. Das Buch von Klaus Schultz enthält Gespräche mit dem Dirigenten über seine zentralen Lebenslinien und seine künstlerische Arbeit. Familie und Weggefährten schildern ihre Eindrücke vom Zusammenleben und der Zusammenarbeit mit Christoph von Dohnanyi. Der Band enthält ein Auswahlverzeichnis seiner Ton- und Filmaufnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.04.2011
Hans-Klaus Jungheinrich lobt den von Klaus Schulz herausgegebenen Sammelband mit Gesprächen mit Christoph von Dohnanyi und Beiträgen verschiedener Autoren zu Person und Werk des Dirigenten als gelungene Würdigung und zudem erhellendes "musikpolitisches Kompendium". Neben der überzeugenden Aufmachung hat er sich besonders gern in die Gespräche vertieft, die der Herausgeber als langjähriger Mitarbeiter Dohnanyis mit dem Dirigenten geführt hat. Hier ist ihm die Klugheit und Offenheit Dohnanyis aufgefallen, die bei all ihrer Nüchternheit bei ihm Sympathien weckt, wie der Rezensent bekennt. Dabei ist Jungheinrich durchaus nicht unkritisch, was das Wirken des Dirigenten angeht. Er erinnert vielmehr daran, dass Dohnanyi zwar als Direktor der Frankfurter Oper Peter Mussbach verpflichtet hatte, ihn dann allerdings nach "hausinternen" Streitereien um die "Götterdämmerung" "kleinmütig" wieder ziehen ließ.
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