Kirsten John

Schwimmen lernen in Blau

Roman
Cover: Schwimmen lernen in Blau
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2001
ISBN 9783421054463
Gebunden, 223 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Ihre Bilder sind für die kleine Katharina Versteck vor den Bedrängnissen der Welt. Als Studentin droht sie in ihnen zu vergehen. Kirsten John erzählt eine Geschichte vom Sehen- und Lebenlernen in Farben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2002

"Leben lernen trotz Grau in Grau" wäre für Rezensentin Maria Frisé der treffendere Titel für dieses Buch. Doch trotz eines Mangels an Humor scheint der Roman einen gewissen Eindruck auf die Rezensentin gemacht zu haben. Kirsten John, lesen wir, erzähle die traurige Geschichte ihrer Protagonistin "bemerkenswert sprachmächtig", mal als Kind, mal als Malerin . Als solche muss sie titelgebend "Schwimmenlernen in Blau", um nicht in Verzweiflung und Depressionen unterzugehen. Hier nun sah die Rezensentin en "düsteres Spannungsfeld" entstehen, in welchem die traumatische Vergangenheit die Gegenwart ständig bedrohe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2001

Die 35-jährige Kirsten John hat mit ihrem Debüt einen Entwicklungsroman vorgelegt, der eher zu einer in Farben eingebetteten psychischen Biografie geraten ist, schreibt Andreas Nentwich. Es geht um die Lebensgeschichte der Malerin Katharina, die ihre Geschichte mit der Farbenlehre interpretiert. Den Rezensenten hat das nicht überzeugt. Die Leitfarbe des Romans, blau, hat sich für ihn als Kältefilter vor die Figuren geschoben, so gar nichts werde hier außerhalb der Perspektive der wehleidigen Erzählerin berichtet. Für den Rezensenten ist das narzisstische Projektion, hinter der die Antriebe, Abgründe, Verhaltensmotive und Beziehungsmuster der Figuren verschwunden seien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.03.2001

Ein etwas durchwachsenes Fazit zieht Carsten Hueck in seiner Besprechung von Kirsten Johns Debütroman. Zwar gesteht er ihr "formale Stringenz" zu und hält ihren Roman für eine  einigermassen stimmige psychologische Fallgeschichte, die sie mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt komponiert hat. Aber das macht die Geschichte nicht rund. Das Lesen gestaltet sich zäh, Hueck nennt die Geschichte eine "Lektion in Geduld" und die Dialoge und Charakterisierungen der Protagonisten findet er "klischeehaft". Insgesamt gibt es einfach nichts, was aus dieser beschreibendes Erzählung einen Roman machen würde: "Statt einer Handlung gibt es eine Reihe von Vorfällen", so seine Einschätzung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001

Margrit Irgang bescheinigt der Handlung in Kirsten Johns Debüt über die Selbstfindung der aus zerrütteten Verhältnissen stammenden Malerin Katharina "ziemlich viele Katastrophen". Die Autorin habe ein bisschen "zu pastos" aufgetragen, mache das aber durch lakonische Betrachtungen wieder wett. So wie die Malerin sich im Laufe der Zeit immer mehr an Farben herantraut, so nähert Kirsten John ihr Schreiben dem Vorgang des Malens, wie die Rezensentin feststellt. Sie lobt, wie die Autorin ihre Protagonisten in Bildern "klug versteckt" und die Konturen ihrer Figuren im Laufe der Handlung immer deutlicher werden lässt.

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