Kirsten Boie

Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen

Ab 12 Jahre
Cover: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2013
ISBN 9783789120190
Gebunden, 112 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen Regina Kehn und einem Nachwort der Autorin. Lungiles kleine Schwester Jabu braucht neue Schuhe, damit sie weiter die Schule besuchen darf. Da niemand Lungiles geflochtene Matten kaufen will, verkauft sie ihren Körper. Thulani spricht manchmal nachts mit seiner Mutter, die neben der Hütte begraben ist. Er könnte eigentlich zur Schule gehen, da Waisen kein Schulgeld bezahlen müssen. Aber niemand hilft ihm, den Totenschein zu besorgen. Kirsten Boie erzählt vier Geschichten von Kindern in Afrika, die viel zu schnell erwachsen werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2014

Kirsten Boie hat ein Kinderbuch geschrieben, wie es wenige gibt, berichtet Sybil Gräfin Schönfeldt. In "Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen" schildert die Autorin ihre Erlebnisse im Swasiland in Südafrika, wo es viel Armut und Hunger gibt, wo Kinder manchmal die tun müssen, die man eben nicht erzählen kann, Dinge, die für die "Kinder unserer gesicherten und gesättigten Welt" wahrscheinlich unvorstellbar sind, erklärt die Rezensentin. Boie erzählt ihre Geschichten ohne falsche Betroffenheit, klar, "nichts als wenige Worte für eine unerhörte Wirklichkeit", so Gräfin Schönfeld, die diesem Buch wünscht, dass Eltern und Pädagogen ihre Kinder nicht aus einem fehlgeleiteten Schutzbedürfnis heraus vor diesen traurigen Geschichten bewahren wollen. "Trauriger als die Wirklichkeit sind sie nicht", zitiert die Rezensentin Boie.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2013

Tief bewegt hat Rezensentin Katrin Hörnlein dieses Buch mit vier Geschichten aus Swasiland gelesen. Swasiland, in Südafrika gelegen, ist ein winziger Staat mit der höchsten Aidsrate der Welt. 45 Prozent der Kinder sind Waisen, jeder Vierte trägt das HIV-Virus in sich. Autorin Kirsten Boie erzählt von vier Kindern, die ihre Eltern haben sterben sehen und plötzlich selbst Elternpflichten für ihre jüngeren Geschwister übernehmen müssen. Dabei stehen sie oft vor schier unüberwindlichen Hindernissen. Wie soll ein 11-Jähriger einen Totenschein für seine Mutter beschaffen, ohne den das Schulgeld nicht erlassen wird? Boie "erzählt, ohne zu benennen", lobt die Rezensent. Aids taucht hier etwa nur als "die Krankheit" auf. Dennoch sollte man das Buch Kinder frühestens ab 12 Jahren lesen lassen - "und dann nicht allein", empfiehlt Hörnlein. So traurig sei es.
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