Kerstin Ekman

Hundeherz

Roman
Cover: Hundeherz
Piper Verlag, München 2009
ISBN 9783492053525
Gebunden, 128 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Hedwig M. Binder. Die Luft ist schneidend, und die Fjällgipfel hüllen sich in Grau. In der einsamen Stille des nordschwedischen Winters verirrt sich ein junger Welpe und ist ohne seine Mutter und seine Menschen hilflos der Natur ausgeliefert. In seinem unterkühlten Körper flattert sein Herz gegen die Kälte und die Nässe wie ein Vogelflügel. Glück und Zufall verhindern, dass er schon in den ersten Tagen verhungert. Bald lernt er Gefahren besser einzuschätzen. Sein Jagdinstinkt erwacht, und es gelingt ihm, den Frühling und den Sommer zu überstehen. Bis er zu Beginn des nächsten Winters einem Menschen begegnet. Ist es vielleicht sein Mensch?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2010

Das schmale, aber dichte Buch ist eine Offenbarung für Andreas Breitenstein. Der Autorin Kerstin Ekman attestiert er ein gutes Auge für Landschaften und das Mysterium des Zusammenlebens, in diesem Fall von Herr und Hund. Ohne zu vermenschlichen nimmt die Autorin den Rezensenten mit in die Welt, die Wahrnehmung und die "Gedanklichkeit des Geschöpfes", eines Welpen im Wald. Dass Ekman dabei "tastend bleibt" und skeptisch gegenüber Metaphern, rechnet Breitenstein ihr hoch an. So gelingt der "Versuchsraum einer Welt ohne Menschen", ein Kratzen, Wimmern, Frieren - und schließlich ein Zurück in die Zivilisation.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2009

Burkhard Müller hat ein "bedeutendes" Buch gelesen. Kerstin Ekmans Idee, ein Buch aus der Sicht eines Hundes zu schreiben, empfindet er als "kühn". Schließlich ist dies nicht die leichteste Aufgabe, wie Müller weiß. Schnell könne so ein Projekt die Kitschgrenze überschreiten, wenn Hundegefühle zu sehr vermenschlicht werden. Kerstin Ekman tue dies allerdings nicht, obgleich ihr Buch eine "Gratwanderung" bleibe. Gefallen hat er an den Wortneuschöpfungen gefunden, die das Buch sich aufgrund der vor allem olfaktorischen und akustischen Wahrnehmung eines Hundes zulegen musste, so dass es im Text angenehm "schlirkt, schlirft, schlurkt und schrappt". Allerdings gerät auch einiges unauthentisch für Müller: Farbbeschreibungen und bürgerliche Identitätsgefühle kämen bei Hunden eigentlich nicht vor. Schließlich lobt er die Beschreibung einer eingestreuten Waldszene und freut sich dann doch, dass Ekmans Hund auch menschliche Züge trägt und so eine gelungene Vereinigung beider Lebewesen in Ekmans Roman entstanden ist.
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