Katja Kullmann

Generation Ally

Warum es heute so kompliziert ist, eine Frau zu sein
Cover: Generation Ally
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783821839189
Gebunden, 224 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Sie sind erfolgreich im Job, kennen sich aus in Sachen Karriere, Lifestyle und Sex. Und Ally McBeal, die neurotische Anwältin aus der gleichnamigen Kult-Fernsehserie, ist ihre Heldin. Denn sie trifft genau das Lebensgefühl der Frauen um die 30. Die Generation Ally weiß vor allem, was sie nicht will: weder Karrieremonster sein, noch eine Backpflaumenexistenz, und schon gar kein Boxenluder. Katja Kullmann zeigt, warum die Rollenbilder in unserer Gesellschaft an ihre Grenzen stoßen - und wie eine ganze Frauengeneration ein neues Selbstverständnis entwickelt. Was Generation Golf für die Männer war, ist Generation Ally für die Frauen, die in den Achtzigern großwurden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2002

Generation X, Generation @, Generation Golf - und jetzt auch noch eine "Generation Ally"? Die Rezensentin Susanne Gaschke hat sich mächtig aufgeregt, als sie Katja Kullmanns Buch gewordene Antwort auf die Frage, "Warum es heute zu kompliziert ist, eine Frau zu sein" gelesen hat: "acht Kapitel über ihre eigene Biografie, über ihre Pubertät, Esprit-Sweatshirts, die erste Regel, das erste Knutschen, das effizient durchgezogene Studium, die zahllosen Praktika vor dem Berufseinstieg, die merkwürdig flachen Beziehungen zu Männern der entsprechenden Jahrgänge, die ersten Hochzeiten im Freundeskreis, die erste Lustlosigkeit am endlich ergatterten ersten Arbeitsplatz." Dies alles ist nichts für Gaschke: "Endlich der Illies für Mädchen, nur mit Schlumpfine statt des Playmobil-Männchens", spöttelt sie. Gaschkes vernichtende Besprechung setzt sich zwar kaum mit der sprachlichen Form von "Generation Ally" auseinander (wie es die wenigsten Rezensionen der Bücher von so genannten Pop-Autoren tun), bietet dafür aber ein paar nette argumentative Spitzen: Die nassforsche Jet-Set-Hedonismus-Sozialisation, die von Kullmann beschrieben werde, habe nichts mit ihrem Leben zu tun, und nichts mit dem aller ihrer Bekannten. Auch mit der "cool-leidenden Selbstironie" als "Masche der jungen Männer vom Berliner Feuilleton" kann Gaschke nicht viel anfangen, denn: "Mit dem richtigen Leben hatte diese Haltung nie viel zu tun." Ach ja, richtiges und falsches Leben, als literaturkritisches Kriterium fast vergessen.

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