Aus dem Amerikanischen von Elke Link. In San Francisco gibt es kaum jemanden, der nicht wüsste, wer sie ist, die exzentrische Chinesin Bibi Chen. Dank ihrer glamourösen Erscheinung und ihres mitreißenden Temperaments ist sie sehr beliebt, und ihr Geschäft für asiatische Kunstobjekte floriert. Die Bestürzung ist daher groß, als Bibi Chen eines Tages unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Niemand hat eine Erklärung für ihr unvermutetes Ableben, am wenigsten ihre zwölf Freunde, mit denen sie eine große Reise nach Burma unternehmen wollte. Doch so schnell lässt sich die lebenslustige Madame Chen nicht zur letzten Ruhe betten: Ihr ebenso reger wie rebellischer Geist beschließt, ihre Freunde zu begleiten! Alsbald wird Bibi aber Zeugin äußerst turbulenter Ereignisse, denn die geplante Bildungsreise in eine fremde Kultur gerät zu einer abenteuerlichen Odyssee, als die Gruppe eines Morgens spurlos im burmesischen Dschungel verschwindet.
Auf "zähen 265 Seiten" hat Rezensentin Susanne Messmer in diesem Roman umsonst nach den Qualitäten gesucht, die sonst die Bücher der chinesisch-amerikanischen Autorin Amy Tan für sie zum Ereignis machen. Geschildert werde die Reise einer amerikanischen Touristengruppe nach China und Birma, und zwar aus der Sicht einer chinesischstämmigen amerikanischen Antiquitätenhändlerin. Doch statt wie sonst zwingende Auseinandersetzung mit ethnischer Identität zu führen oder prickelnde Zusammenstöße von asiatischen Mythen und Traditionen mit westlicher Gegenwart zu beschreiben, bleibt die Autorin aus Sicht der Rezensentin diesmal eher lapidar, leblos und lau. Zwar findet Messmer die Beschreibungen der "dummen Amerikaner" gelegentlich recht humorvoll, aber auch reichlich wohlfeil. Und als es dann am Ende doch noch aufregend wird, ist es aus ihrer Sicht schon zu spät, um das Ruder noch Richtung Wirkung herumzureißen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…