Aus dem Amerikanischen von Elke Link. In San Francisco gibt es kaum jemanden, der nicht wüsste, wer sie ist, die exzentrische Chinesin Bibi Chen. Dank ihrer glamourösen Erscheinung und ihres mitreißenden Temperaments ist sie sehr beliebt, und ihr Geschäft für asiatische Kunstobjekte floriert. Die Bestürzung ist daher groß, als Bibi Chen eines Tages unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Niemand hat eine Erklärung für ihr unvermutetes Ableben, am wenigsten ihre zwölf Freunde, mit denen sie eine große Reise nach Burma unternehmen wollte. Doch so schnell lässt sich die lebenslustige Madame Chen nicht zur letzten Ruhe betten: Ihr ebenso reger wie rebellischer Geist beschließt, ihre Freunde zu begleiten! Alsbald wird Bibi aber Zeugin äußerst turbulenter Ereignisse, denn die geplante Bildungsreise in eine fremde Kultur gerät zu einer abenteuerlichen Odyssee, als die Gruppe eines Morgens spurlos im burmesischen Dschungel verschwindet.
Auf "zähen 265 Seiten" hat Rezensentin Susanne Messmer in diesem Roman umsonst nach den Qualitäten gesucht, die sonst die Bücher der chinesisch-amerikanischen Autorin Amy Tan für sie zum Ereignis machen. Geschildert werde die Reise einer amerikanischen Touristengruppe nach China und Birma, und zwar aus der Sicht einer chinesischstämmigen amerikanischen Antiquitätenhändlerin. Doch statt wie sonst zwingende Auseinandersetzung mit ethnischer Identität zu führen oder prickelnde Zusammenstöße von asiatischen Mythen und Traditionen mit westlicher Gegenwart zu beschreiben, bleibt die Autorin aus Sicht der Rezensentin diesmal eher lapidar, leblos und lau. Zwar findet Messmer die Beschreibungen der "dummen Amerikaner" gelegentlich recht humorvoll, aber auch reichlich wohlfeil. Und als es dann am Ende doch noch aufregend wird, ist es aus ihrer Sicht schon zu spät, um das Ruder noch Richtung Wirkung herumzureißen.
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