Unsere Realität gleicht einem Katastrophenfilm, einem worst-case-Szenario, einem Shakespeare'schen Königsdrama: Wirtschaftskrisen, Medien-Hysterie, private Paranoia. Kathrin Röggla setzt ihre kritische Phantasie und ihre kluge Sprachkunst dagegen. Sie analysiert und seziert den Zustand unserer Zeit: fiktive Alarmierungen, reale Ängste und falsche Sehnsüchte. Lustvoll und konsequent, geistreich und spielerisch durchleuchten ihre Essays und Theaterstücke unsere Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2013
Die Österreicherin Kathrin Röggla setzt den Kampf von Emanzipationstheoretikern wie Judith Butler und Michel Foucault mit ihrem Essayband "Besser wäre: keine" würdig fort, findet Oliver Jungen. Essayband trifft es eigentlich nicht ganz, stellt er richtig, besteht das Buch doch genauso aus Reportagen und fragmentarischen fiktiven Texten. Rögglas Thema ist der "hirnmürbe gemachte" Mensch, sein "Eingesperrtsein im Jargon" einer technokratischen Consulting-Welt voller Managertypen, deren Duktus der Katastrophenverwaltung und "formalistisches Optimierungsgefasel" zunehmend die sprachlichen Gemeinplätze bevölkert. Die Arbeiten der Autorin sind "subtil-subversive Angriffe" auf diesen Sprachimperialismus, der sich in der Politik mit weitaus tragischeren Konsequenzen fortsetzt, erklärt der Rezensent.
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