Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob. Auf dem Mount Copenhagen, einem 3500 Meter hohen künstlichen Berg in der Nähe der dänischen Hauptstadt, gibt es verschiedene Klimazonen, exotische Pflanzen und Tiere, reiche und arme Bewohner. Ein vertrautes, aber auch fremdes Milieu, in dem Kaspar Colling Nielsen siebzehn miteinander verbundene Geschichten spielen lässt, deren Helden ihr Dasein signifikant verändern. Ein Mann mutiert zum Vogelmenschen, ein anderer entwickelt magnetische Anziehungskraft, ein dritter trifft durch Marathonlauf Gott, der ihn in Kulinarik unterweist. Ein amüsantes Zukunftsszenario um die Frage, was passiert, wenn der Mensch die Natur zu sehr manipuliert.
Rezensent Samuel Hamen meint beim Lesen manchmal, selbst ein Bewohner des fantastischen Berges zu sein, den Kaspar Colling Nielsen auf subtile Weise ins Zentrum seiner Erzählungen stellt. Der Berg ist laut Hamen topografische Anomalie, Zerrbild des Kapitalismus und Utopie zugleich. Die auf ihm und um ihn angesiedelten, in einfachem Stil erzählten "Schöpfungsgeschichten" um Wichtel, Magnet- und Vogelmenschen, Todessehnsucht und allerhand Transsubstantiationen kommen dem Rezensenten extravagant, verstörend und unterhaltsam zugleich vor.
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