Eine Inselgemeinschaft aus Lehrern und Schülern kämpft um den Erhalt der Artenvielfalt. In hängenden Gärten und lebendigen Zeichnungen versuchen sie, das Leben zu retten und selbst nicht unterzugehen. Zu ihnen gehört Alice, die sich auf der Insel als Alois ausgibt. Eines Tages verlässt sie die Insel und zieht durch die menschenleere Weite auf dem Festland. Nach Jahren der Unterdrückung will sie wahrnehmen, wo sie selbst anfängt und aufhört, was sie begehrt und wen sie lieben kann. Gregor indes, der Freund und Vertraute, bleibt auf der Insel. Harte Erfahrungen fordern ihren Tribut, er trägt ein Trauma mit sich, das er zeichnend zu bannen versucht. Eine Fremde, die in den Gärten auftaucht, findet langsam Zugang zu ihm. Während Alice durch trockengelegte Auen und versehrte Wälder irrt, gerät Gregors Welt ins Wanken.
Das Lob, das die österreichische Autorin Sarah Kuratle für ihren zweiten Roman erhalten hat, teilt Rezensent Tobias Lehmkuhl nicht: Die Geschichte um Alice, die eine verschworene Inselgemeinschaft sowie ihren Vertrauten Gregor verlässt und sich fortan als Alois auf die Suche nach ihrer Identität und Liebe begibt, gerät dem Kritiker so sehr um Poesie bemüht, dass sie mitunter ins Schwülstige kippe. Überhaupt kann der Rezensent mit den "stakkatohaften"und "atemlos" klingenden Sätzen nichts anfangen: Poesie ist keine "gefühlte Herzenssprache", ärgert er sich.
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