Klappentext
Fünf Leben, in denen sich die jüngste europäische Geschichte widerspiegeltBosnien Anfang der 90er. Fünf Personen treten vor die Bühne: Zwei Bosniaken, zwei Serben und eine Kroatin. Eindrucksvoll erzählen sie von der Tragik, dem Zauber und den Sehnsüchten in ihrer Heimat. Dabei kreisen ihre Gedanken stets um Familien, um Liebe und ums Überleben. "Senada oder Der Tag trägt die Last" vereint diese fünf bewegenden Novellen, die von vielschichtigen Lebensschicksalen aus dem ehemaligen Jugoslawien erzählen. Mit eindringlicher Kraft und sprachlicher Präzision gelingt es Karsten Dümmel, individuelle Erfahrungen von Krieg, Flucht, Verlust und Identität zusammenzuführen und dem Unsagbaren eine Stimme zu geben. Zwischen Zerbrechlichkeit und Widerstandskraft ensteht so ein Raum für Erinnerung und Mitgefühl. Ein Buch, das Brücken schlagen kann und dem Vergessen mutig entgegentritt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.03.2026
Fünf starke Novellen versammelt dieser Band Karsten Dümmels, freut sich Rezensent Marko Martin. Dümmel schreibt, basierend auf einer eigenen Recherchereise, über vor allem bosnische Schicksale im jugoslawischen Bürgerkrieg, wobei ihn nicht die Metropole Sarajevo interessiert, sondern Episoden aus dem Kleinstadtleben. Unaufdringlich und präzise sind die Orte geschildert, an denen die Geschichten spielen, auf deren Inhalt Martin knapp eingeht: unter anderem geht es um die titelgebende Senada, deren Vater in Gefangenschaft der serbischen Separatisten umkommt und die nach einigen Jahren in Deutschland auch in Bosnien keinen Frieden mehr findet. "Heilen" kann Literatur nicht, aber Bücher wie diese sind doch "ein Antidot zu historischer Amnesie", schließt der angetane Kritiker.
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