Karl Eicke

Ein Koloss auf tönernen Füßen

Das Gutachten des Wirtschaftsprüfers Karl Eicke über die Deutsche Arbeitsfront vom 31. Juli 1936.
Cover: Ein Koloss auf tönernen Füßen
Oldenbourg Verlag, München 2007
ISBN 9783486579888
Gebunden, 389 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben und eingeleitet von Rüdiger Hachtmann. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) war mit schließlich 25 Mio. Mitgliedern die mit Abstand mitgliederstärkste Organisation des "Dritten Reiches". Es gab kaum einen sozialpolitischen Bereich, in dem die DAF nicht tätig wurde und spätestens Ende der dreißiger Jahre eine machtvolle Position innehatte. In dem hier edierten umfangreichen Gutachten aus dem Jahre 1936 durchleuchtet der Wirtschaftsprüfer und Rationalisierungsexperte Karl Eicke das komplexe Organisationsfeld der DAF in schonungslos kritischer Weise. Die um weitere Dokumente ergänzte und durch eine umfangreiche Einleitung erläuterte Quelle bietet einen einzigartigen Überblick über den gesamten Tätigkeitsbereich sowie die innere Struktur der DAF. Sie lässt darüber hinaus erkennen, wie stark diese Organisation in immer weitere Bereiche der Gesellschaft hineinwucherte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2007

Überaus instruktiv scheint Marie-Luise Recker dieser von Rüdiger Hachtmann herausgegebene Band, der Karl Eickes umfassendes Gutachten von 1936 über die nationalsozialistische Organisation Deutsche Arbeitsfront (DAF) in Teilen ediert. Angesichts der dünnen Quellenlage zur DAF hält sie den Fund dieses Gutachtens im Nachlass des Wirtschaftsprüfers Eickes für einen echten "Glücksfall". Das Gutachten bietet ihres Erachtens nämlich einen "höchst detaillierten Einblick" in die Binnenstruktur der DAF, ihrer zentralen Ämter und deren Arbeitsgebiete sowie ihrer regionalen Untergliederung samt Beitrags- und Rechnungswesen. Dabei konstatiere Eickes organisatorische Defizite, fachliche Inkompetenz, Ausgabenfreudigkeit und Korruption und fälle ein "vernichtendes Verdikt über die DAF". Daher verwundert es Recker keineswegs, dass der Leiter der Arbeitsfront Robert Ley und seine Mitstreiter das Gutachten beiseite legten und sich darüber hinwegsetzten. Lobend äußert sie sich über Rüdiger Hachtmanns Einleitung und hebt insbesondere dessen Charakterisierung des NS-Regimes als "charismatisch aufgeladene Polykratie" und der DAF als Beispiel eines "charismatischen Verwaltungsstabs" hervor.
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