Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eva Kemper. Eine Familie zwischen den Welten und zwischen den Zeiten: Junot Diaz erzählt von dem liebenswürdigen Nerd Oscar und seiner toughen Schwester Lola. Beide sind in New Jersey groß geworden, aber ihre Wurzeln liegen in der Karibik. Und dorthin verschlägt es sie immer wieder, wenn das Leben ihr mühsam zusammengekratztes Glück gerade wieder einmal wegwischt. Hier finden sie im Haus der Großtante Zuflucht - genauso wie ihre Mutter vor vielen Jahren, von deren düsterer Vergangenheit sie allerdings nichts ahnen. Dabei wirkt die Vergangenheit wie ein Fluch. In einem letzten, verzweifelten Akt riskiert Oscar eines Tages alles für sein Glück. Den Fluch zu bannen, wird sein letztes Abenteuer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2009

Georg Diez haut dieser Roman schier aus den Socken. Wie auf Speed hämmert Junot Diaz seine fetten Sätze raus. Dank Eva Kempers Übersetzung landen sie bei Diez mit kaum verminderter Wucht. Glaubwürdig sind sie auch. Und wenn der Autor (auch noch so rotzig) vom Zusammenprall der amerikanischen Kultur mit den Traditionen der Dominikanischen Republik erzählt, haben sie laut Diez sogar die Kraft und die Magie eines Gottes. Rasend, reich, wunderbar, freut er sich. Die Drei-Generationen-Saga heizt ihm mit uralten Mythen, mit jeder Menge Sex und Sehnsucht dermaßen ein, dass er die Körper, das Leid, die Zerstörtheit (unter dem Weibchen verschlingenden Diktator Trujillo) regelrecht zu spüren glaubt - als großes Leseglück aber.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2009

Martin Zähringer liest diesen mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman von Junot Diaz als mit den klassischen Darstellungsmitteln einer fragmentierten Moderne erzählte Familiengeschichte aus der Dominikanischen Republik. Über eine "kunstvoll verschachtelte" Perspektivik, in einer "beißend ironischen" Tonart und mit dem brutalen Trujillo-Regime und der Geschichte des Einflusses der USA als zeitlichem Hintergrund eröffnet der Text dem Rezensenten den Blick auf ein tragisches Familienschicksal. In Diaz' Arrangement zweier im dominikanischen Volksglauben verankerter Prinzipien: Fuku - das Große Amerikanische Unheil (auch als Superfuku der Macht); und Zafa - die unauslöschliche Hoffnung) erkennt Zähringer die "dynamische Beziehung" des Autors zum Latino-Diskurs in den USA: Neu, zweisprachig und transkulturell.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2009

Schwer genervt ist Rezensent Tobias Döring von diesem Roman. Klarer Fall, meint er, eines Autors, der nach einem Debüt mit Erzählungen allzu viel Lob erhielt. Der Roman sollte jetzt das ganz große Ding werden und sehr zu seinem Schaden merkt man das, klagt Döring, dem Werk nun auch an. Schlimm genug die David-Foster-Wallace-Fußnoten-Imitate. Schlimmer aber der unerträgliche "Machismo" des Erzähltons. Zwar passt der zur Geschichte um einen 23jährigen Mann aus der Dominikanischen Republik, der auf gar keinen Fall als Jungfrau sterben darf, jedoch: diese Geschichte selbst ist für den Rezensenten schon wenig glaubhaftes Klischee. "Stilblüten" geben dem Roman mit seinen, so Döring, "präpotenten Macho-Posen", den Rest.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2009

Wie ein Wirbelsturm fegte dieser lebenspralle und pulitzerpreisgekrönte Roman über Rezensentin Susanne Messmer hinweg. Dem aus der Dominikanischen Republik stammenden Amerikaner Junot Diaz bescheinigt sie eines der "unterhaltsamsten und herzzerreißendsten Bücher dieser Saison" geschrieben zu haben. Die Fäden der multiperspektivisch und rückwärts angelegten Erzählung laufen bei Oscar Wao, dem in der Liebe wie im Leben glücklosen, weil "flauschigen" dominikanischen Einwandererkind aus New Jersey zusammen und reichen bis in die tragische Vergangenheit seiner Familie zurück, die von der politischen Geschichte der Dominikanischen Republik nicht zu trennen ist. Schlagfertig, schnell und sehr eloquent greift der vielseitige Roman nebenbei auch Aspekte hispanischen Lebens, wie den "Zusammenstoß der Kulturen und die hybriden Folgen, Identitäts- und Spurensuche, den sozialen Aufstieg und den Generationenkonflikt" auf. Unbedingt zu lesen, lautet das Fazit der Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009

Christian Seiler verschlägt es schier den Atem angesichts der "furiosen" Mixtur von Familienepos, Science-Fiction, Liebesgeschichte und Geschichtsbuch der Dominikanischen Republik - um nur einige Genremerkmale dieses Romans zu nennen, für den Junot Diaz 2008 den Pulitzerpreis bekam. Nicht der Plot um den übergewichtigen Außenseiter Oscar, der von New Jersey in die Heimat seiner Mutter, die Dominikanische Republik, reist, macht den Reiz dieses Romans aus, sondern die Figurenzeichnung und die alles andere als lakonische Sprache, erklärt der Rezensent. Indem der Autor, der selbst aus der Dominikanischen Republik nach New Jersey ausgewandert ist, "trashkulturelle Immigrantensprache" mit dem "magischen Realismus des dritten Jahrtausends" vermischt, indem er, von der erzählten Gegenwart ausgehend, durch Rückblenden immer weitere Bedeutungsebenen einzieht, gelingt ihm ein Werk, das die Bezeichnung "Epos" wirklich verdiene, so der Rezensent begeistert.