Julia Friedrichs

Ideale

Auf der Suche nach dem, was zählt
Cover: Ideale
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2011
ISBN 9783455501872
Gebunden, 270 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

"Ich glaubte mal an Joschka Fischer, Alice Schwarzer und Jan Ullrich. An den aufrechten Grünen, die kämpferische Feministin und den ehrlichen Sportler. Dann kamen der Beratervertrag, die Bildzeitung und die Blutwäsche. Und ich fragte mich, ob es besser wäre, an nichts mehr zu glauben. Aber geht das: ein Leben ohne Ideale?"
Die Diagnose der Sozialforscher ist eindeutig: In Deutschland wächst eine Generation heran, die vor allem pragmatisch ist. Doch wollen wir eine Gesellschaft, in der sich nicht einmal mehr die Jungen gestatten, an Utopien zu glauben und für eine bessere und gerechtere Welt einzutreten? Und wo sind die Vorbilder? Ein Jahr lang machte Julia Friedrichs sich auf die Suche nach Menschen mit Idealen. Sie traf jene, die ihnen treu blieben, und jene, die sie verrieten. Ihre Reise führte sie in die Büros von Gerhard Schröder und Peter Hartz; aber auch zu Nichtprominenten, die jenseits des Rampenlichts an der Verwirklichung ihrer Ideen arbeiten. Eine persönliche Suche nach Antworten auf die Frage, was wirklich zählt im Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011

Julia Friedrichs nutze ihr "großes Talent", das Reportageschreiben, für ein, wie Christina Hucklenbroich findet,  "anregendes" Buch über Menschen, die als Idealisten durchs Leben gehen - oder, wenn sie mal in Spitzenpositionen gelandet sind, längste Zeit durchs Leben gegangen waren. Ohne weiteres könne man das als Fortsetzung von Friedrichs? vorangegangenem Buch über Menschen in Elitepositionen begreifen, doch war dieses, so die Rezensentin, doch noch etwas umfassender: Schon auch weil für "Ideale" zentrale Figuren wie Joschka Fischer und Alice Schwartzer mangels Kooperationswillen fehlten, wirke "Ideale" mitunter fragmentarisch. Außerdem hat Hucklenbroich zwei Teile ausgemacht: Der erste befasse sich mit unbesungenen Idealistinnen, wie die Rezensentin unterstreicht, die als Kindergärtnerinnen oder Chirurginnen ihre Ideale auch im Alltag umzusetzen versuchen; der zweite Teil schließlich behandelt große Namen, deren Idealismus irgendwann gehörig auf der Strecke geblieben ist.