Sufis und Derwische sind islamische Mystiker auf der Reise zu Gott. Diese Suche nach Wissen und Erkenntnis muß kein spiritueller, innerer Weg sein. Bis heute führen viele Derwische - dem Ideal der Armut verpflichtet - ein freies, heimatloses Wanderleben. Für sie ist die Wanderschaft ein äußerer Weg der Heilssuche, der ihnen durch Betteln, Musizieren, Wahrsagerei oder magische Praktiken ein karges Überleben ermöglicht. Dieses Buch beschreibt die religiöse und politsche Bedeutung der Derwischbruderschaften in der Geschichte und Gegenwart des Islam, es schildert anschaulich Askesepraktiken und Ekstasetechniken der Derwische, ihren Umgang mit Sexualität und Geschlechterbeziehungen, ihren Alltag und ihre Feste.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2000
Volker S. Stahr evoziert in seiner Kritik das wohlbekannte Bild der tanzenden Derwische, um dann in das Kopfnicken des Lesers hinein die Frage nach dem Sinn des Tanzes zu stellen - die dieser vermutlich nicht beantworten kann. Dafür stehen jetzt aber zwei Bücher zur Verfügung. Und beide, so Stahr, sind gut.
1) Annemarie Schimmel: "Sufismus"
Dieser "konzise und doch vielschichtige Text", mit dem die Autorin den Sufismus als eine aus dem Islam heraus entstandene Mystik nachzeichnet, belegt für Stahr, dass die 78-jährige Islamwissenschaftlerin vermutlich die "beste außerislamische Kennerin" der literarischen Texte des Sufismus ist. So könne sie diese "Unterform des Islam", die noch heute in vielen Orden gepflegt werde, gleichsam aus dem "Inneren heraus" beschreiben.
2) J.W. Frembgen: "Reise zu Gott"
Der Münchner Völker- und Islamkundlers Frembgen vertiefe sich dagegen weniger als Schimmel in die Texte, zehrt jedoch dafür mehr von "einer Fülle kleiner Details", so Stahr. Frembgen rücke den Sufismus "etwas weiter weg von der Orthodoxie" und näher zum "Volksislam" als Schimmel. Stimmt beides, findet Stahr.
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