Jürgen Trabant

Globalesisch, oder was?

Ein Plädoyer für Europas Sprachen
Cover: Globalesisch, oder was?
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406659904
Taschenbuch, 235 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Die Europäer lernen fleißig Globalesisch. Das gefährdet die anderen Sprachen der europäischen Nationen in vielfacher Hinsicht. Nötig ist daher eine Aktivität zugunsten der vielen europäischen Sprachen, die deren Leistung und Bedeutung hervorhebt und für ihre Bewahrung und Entwicklung eintritt. Dazu muss man aber eine andere Auffassung von Sprache haben als die bloß instrumentell kommunikative. Man muss wieder verstehen lernen, dass Sprache auch ein kognitives Instrument ist, nämlich der wichtigste Weg des Menschen zur Erfassung der Welt. Indem es die geistige, aber auch kulturelle und politische Bedeutung der Sprachen betont, plädiert Trabant angesichts des drohenden globalesischen Monolinguismus für eine echt verstandene europäische Mehrsprachigkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2014

Verdienstvoll scheint Wolfgang Krischke das Buch des Sprachspezialisten Jürgen Trabant, da der Autor darin schwungvoll die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für unser Weltverständnis ins Gedächtnis ruft und dem Leser geistesgeschichtlich die Einsprachigkeitsideologie analysiert. Dass Sprache nicht nur der Informationsübermittlung dient, ahnt der Rezensent zwar auch. Wie sehr Weltaneignung damit zusammenhängt, lernt er beim Autor. Allerdings wären seiner Meinung nach außer philosophischen Thesen und knappen Beispielen weitere Erklärungen nötig gewesen, um die Bedeutung der Mehrsprachigkeit zu erläutern. Als Anstoß für den Diskurs taugt ihm der Band dennoch vorzüglich.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.02.2014

Keine Polemik erkennt Hermann Unterstöger im Buch des Sprachwissenschaftlers Jürgen Trabant, auch kein kulturpessimistisches Lamento. Im Gegenteil, Trabants Sorgen um das Deutsche als einen sprachkulturellen Schatz und Weltansichtsguckloch, kann er teilen. Zumal der Autor seine Kritik an der Schul-Sprachpolitik und seine Vision des Deutschen als bloße "Vernakularsprache" mit Kenntnis und Witz präsentiert, wie Unterstöger schreibt, gewichtige Exkurse zum Sprachdenken und zu den Nationalsprachen inklusive.
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