Jürgen Große
Die kalte Wut
Theorie und Praxis des Ressentiments

Büchner Verlag, Marburg 2024
ISBN 9783963173752
Gebunden, 384 Seiten, 39,00 EUR
ISBN 9783963173752
Gebunden, 384 Seiten, 39,00 EUR
Klappentext
Die Rede vom "Ressentiment" ist im heutigen Gesellschaftsfeuilleton inflationär. Auch Politologie, Literatur- und Kulturwissenschaft nutzen den Begriff gern. Oft ist von Ressentiment die Rede, wo es schlicht Neid, Hass oder Groll heißen könnte. Hat der Begriff mehr zu bieten als das Renommee eines Fremdworts? Ist Ressentiment gar eine kulturelle Schlüsselstimmung, die erschreckende Einsichten über uns bereithält? Jürgen Große stellt sich diesen Fragen auf unkonventionelle Weise. Er forscht der Geschichte des Ressentimentbegriffs nach, aber auch den Bedürfnissen, die dieser bis heute befriedigt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2024
Rezensent Magnus Klaue liest Jürgen Großes Studie über Theorie und Praxis des Ressentiments. Wenn der Autor von der Schwelle zwischen 19. und 20. Jahrhundert immer wieder in die Frühe Neuzeit zurückschaut, um anhand von Chamfort und Montaigne den Begriff zu bestimmen, folgt Klaue aufmerksam, um sodann den Schwenk in die Gegenwart mitzumachen. Hier geht der Autor laut Klaue auf die Inflation des Ressentiments ein, auf Queer Theory und "Bobo-Kapitalismus". Dass Große sich dabei mitunter "verzettelt", findet Klaue störend, vor allem, da der Rezensent anderes, etwa Gedanken zum Zusammenhang von Ressentiment und Antisemitismus im Band vermisst.
Themengebiete
Kommentieren
