Jürgen Bertram, der fast dreißig Jahre lang für die ARD als Auslandskorrespondent gearbeitet hat, stieß der Frage, inwieweit die Quote das Programm der öffentlich-rechtlichen Sender bestimmt, auf machtbesessene Politiker, selbstgefällige Sender und eine fatale Programmatik, die, wenn der Kurs nicht endlich korrigiert wird, seiner Ansicht nach in die Sackgasse des Boulevards führt. Seine Analyse versteht der ehemalige Asien-Korrespondent als konstruktiven Beitrag zur Wiederbelebung einer im Grunde erhaltenswerten Idee.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2006
Die Bilanz des langjährigen Fernsehjournalisten und Asien-Korrespondenten Jürgen Bertram falle ernüchternd aus, so Hans-Jürgen Jakobs. Verglichen mit den Anfängen der öffentlich-rechtlichen Sender im Nachkriegsdeutschland, als man sich nach dem Vorbild der BBC vor allem politische Aufklärung und Unabhängigkeit auf die Fahnen geschrieben habe, seien die Programme der Sendeanstalten in den letzten Jahrzehnten ziemlich ziemlich auf den Hund gekommen. Dass der Autor Jürgen Bertram nicht der einzige sei, den es nach dem Ausstieg zu einem kritischen Rückblick getrieben habe, wertet der Rezensent als "Selbstentblößung, die auch immer Entblößung eines brüchigen Systems" sei. Getrieben von "Quoten-Wahn und Politiker-Hybris" konstatiere Bertram, der auch Kollegen zu Wort kommen lässt, seit den siebziger Jahren auf allen Feldern, von der Unterhaltung über Sport und Kultur, einen Niedergang der Fernsehkultur. Spätestens mit der Privatisierung gehe es der Medienwelt nur noch um ein großes "Trallala".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2006
Mit leichter Häme nimmt Rezensent Eberhard Straub dieses Buch des TV-Journalisten Jürgen Bertram über den Untergang des Mediums Fernsehen auf, das ihm wenig Neues zum Thema zu bieten hatte. Sein Autor zieht besonders auf Grund eines Staunens über allgemein Bekanntes einigen Spott auf sich - wie den Einfluss der Parteien bei den öffentlich-rechtlichen Sendern oder die Kommerzialisierung des Fernsehen seit seiner Privatisierung. "Wie Wagners Parsifal" mute Bertram da manchmal an. Auch scheint der Rezensent die Kritik des Autors an der Banalisierung des Fernsehens insgesamt nicht ganz ernst nehmen zu können, weil dieser in seiner Kritik zu sehr "biederer Sozialdemokrat" und Kulturpessimist sei.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…