Joseph J. Ellis

1776

Der Sommer der Revolution
Cover: 1776
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406843815
Gebunden, 249 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Der Sommer 1776 veränderte die Welt: Er brachte die Geburtsstunde der amerikanischen Nation und der amerikanischen Demokratie. In den Monaten von Mai bis Oktober bildete sich ein Konsens für die amerikanische Unabhängigkeit heraus, und die größte Armada, die je den Atlantik überquerte, traf aus Großbritannien bei New York ein, um die Amerikanische Revolution im Keim zu ersticken. Joseph J. Ellis blendet zwischen den Schauplätzen hin und her, zeigt, wie sich die politische und militärische Entwicklung gegenseitig beeinflussten und lässt einen welthistorischen Moment wiederaufleben, als alles auch anders hätte kommen können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2026

Insgesamt ziemlich enttäuschend findet Rezensent Urs Hafner Joseph J. Ellis' Buch über die Amerikanische Revolution. Im Original ist der Band bereits 2013 erschienen und wirkt, ärgert sich Hafner, nicht nur deshalb wie aus der Zeit gefallen. "Methodisch konservativ" arbeitet Ellis, findet der Rezensent, und zwar im schlechten Sinne, weil er sich nur für große Männer und herausgehobene Ereignisse interessiert, nicht jedoch für Ökonomie und Kultur. Flüssig geschrieben ist das freilich schon, gesteht Hafner ein, wie Ellis die Kämpfe der den Briten erst hoffnungslos unterlegenen amerikanischen Truppen unter Washington mitsamt ihrer Vorgeschichte seit 1773 nachzeichnet. Auf die Tatsache, dass die amerikanischen Kolonisten, die sich selbst als Sklaven Großbritanniens bezeichneten, oft selbst Sklaven hielten, die ihrerseits teils zu den Briten überliefen, geht Ellis hingegen nur am Rande ein. Die Thematisierung eben solcher Paradoxien hätte dem Buch Aktualität verschafft, glaubt Hafner. So fällt das Fazit recht klar negativ aus.

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