Unter Mitarbeit von Guido Rüthemann. Mit einem Vorwort von Al Imfeld. "Gewalt.Macht.Hunger" ist eine systematische Aufarbeitung von Hungerkatastrophen der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte und geht keiner angenehmen Geschichte nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.07.2003
Der Hunger in der Welt ist nicht Folge eines Mangels an Nahrung, sondern des von Menschen verursachten Mangels an Zugang zu Nahrung. Auf diesen Nenner bringt Rezensent Bruno Preisendörfer die Quintessenz aus Josef Nussbaumers Buch "Gewalt. Macht. Hunger". Die Grundmuster dieser Verursachung, für die Nussbaumer jede Menge historische Beispiele liefere, sind nach Preisendörfer "vergleichsweise überschaubar": Krieg, der machtpolitisch kalkulierte Einsatz der Bevölkerung als Hungergeisel zur Erpressung internationaler Nahrungshilfe, Zwangskollektivierung, die kommunistische Modernisierungsdiktaturen und das Verteilungs- und Steuerungsversagen des Marktes in Situationen sich schnell verschlimmernder Knappheit. Abgesehen von seiner bisweilen "angestrengten Rhetorik" hat Nussbaumers Buch den Rezensenten vollauf überzeugt. Seine Leistung sieht Preisendörfer in der "massierten Zusammenstellung" verschiedener Hungerkrisen und ihrer Verläufe, die rasches Vergleichen möglich mache. So könne man lernen, wie Gewalt, Macht und Hunger zusammenhängen.
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