Josef Joffe

Mach dich nicht so klein, du bist nicht so groß!

Der jüdische Humor als Weisheit, Witz und Waffe
Cover: Mach dich nicht so klein, du bist nicht so groß!
Siedler Verlag, München 2015
ISBN 9783827500540
Gebunden, 272 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Der jüdische Witz ist aggressiv und selbstironisch zugleich. Die eigentliche Pointe lautet: Ihr müsst uns gar nicht niedermachen, das machen wir selbst viel besser - und zeigen damit, dass wir schneller und gewitzter sind als ihr. Kundig und mit viel Esprit erzählt Josef Joffe vom jüdischen Humor: von seiner Tradition, seinen Eigenheiten, seinen Figuren. Anders als ältere Sammlungen verharrt dieses Buch jedoch nicht in der versunkenen osteuropäischen Kultur, sondern nimmt den Leser mit in die neue Welt des jüdischen Humors - vor allem nach Amerika. Der jüdische Humor lebt, und er funktioniert wie eh und je: das Wortspiel, die Aggression, die sich in Selbstironie auflöst, die zugespitzte, aber nicht verletzende Pointe, der schnelle Stich in die Blase der Selbstgefälligkeit, das Hangeln im Absurden, ein atemloses Tempo - die Melancholie verfliegt im befreienden Gag, das Menschlich-Allzumenschliche wird mit einer Prise Lebensweisheit serviert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Henryk M. Broder ist sich nicht ganz schlüssig über die Notwendigkeit eines solchen Buches. Den Deutschen das Judentum näherzubringen, wie Josef Joffe sein Ansinnen erklärt, scheint ihm geradeso dringlich, wie den Deutschen die Chinesen näherzubringen oder die Namibier. Und wieso soll sich der jüdische Humor dazu eignen? Witze sind Visitenkarten einer Gesellschaft, weiß Broder. Ein Punkt also für den Autor. Leider ramponiert Joffe diese Visitenkarte mit allerhand Kategorisierungen (die Juden und ihr Gott, die Juden und die Rabbiner etc.) und Erklärungen, sodass der Rezensent alles Spielerische, laut Broder das eigentliche Kommunikationsangebot der Juden an die Nichtjuden, sich verflüchtigen sieht. Der Witz funktioniert eben am besten ganz unsystematisch als Witz, meint Broder.

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