Mit Abbildungen. Wer vermögend ist, hat Freiheit. Doch wie nutzt man diese Freiheit sinnvoll und wie bereitet man seine Nachkommen auf die Verantwortung vor, die mit ihr einhergeht? In der Schweiz gehen im Jahr bis 70 Milliarden Franken von einer Generation an die nächste über. Wir wissen viel darüber, wie man ein Vermögen verwaltet, rechtlich strukturiert und mehrt. Wie man dieses aber weitergibt und mit welcher Grundhaltung man es verknüpfen kann, damit es zu einem Geschenk wird und nicht zu einer Last, darüber wird kaum explizit nachgedacht. Jorge Frey und Eugen Stamm haben sich mit 30 Mitgliedern von Unternehmer- und Investorenfamilien aus der ganzen Schweiz über diese Fragen unterhalten. Einige von ihnen sind sehr vermögend, andere gut situiert. Sie sind in verschiedenen Branchen tätig und haben ihr Vermögen selber geschaffen, geerbt oder führen ein von ihren Vorfahren gegründetes Familienunternehmen weiter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2019
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder wohlhabender und erfolgreicher Eltern ebenso erfolgreich werden wie ihre Vorfahren, ist relativ niedrig. Die Erwartungen dagegen umso höher. Damit aus dieser Situation keine destruktiven Konflikte entstehen, bedarf es einer klugen "Family Governance". Worum genau es dabei geht, erfährt Rezensent Michael Ferber in dem Buch "Von Geld und Werten". Hier erklären die Autoren Jorge Frey und Eugen Stamm konkret und anschaulich, wie die generationsübergreifende Einigung über den Umgang mit Vermögen gelingen kann, lobt der Kritiker. Gegen den potentiellen Vorwurf der Luxusproblembehandlung verteidigt Ferber das Buch mit den Argumenten, die Vermögensverwaltung und -übergabe spiele in einem Land wie der Schweiz eine kaum zu unterschätzende Rolle. Außerdem könne Geld durchaus zur Last und Prüfung werden. Wie der Druck, der oft mit dem Vemögen kommt, eine Familie spalten kann, erzählen die Autoren anhand zahlreicher Beispiele. Was der Rezensent ansonsten vom Buch hält, erfahren wir nicht.
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