Jonathan Moore

Poison Artist

Thriller
Cover: Poison Artist
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518472644
Kartoniert, 352 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stefan Lux. Caleb Maddox ist Schmerzforscher und Toxikologe und wird als solcher zeitweilig von der Polizei von San Francisco als Berater bei Mordfällen hinzugezogen. Und die braucht gerade dringend seine Expertise, da in den letzten Wochen immer wieder wohlsituierte Männer tot aus der Bay gezogen werden, die unter unbeschreiblichen Schmerzen gestorben sein müssen. Maddox hilft gerne, auch wenn er zurzeit Krach mit seiner Freundin hat und daher lieber durch alle Bars der Stadt zieht. Dabei lernt er die geheimnisvolle Emmeline kennen, der er rasch verfällt. Emmeline scheint direkt aus einem Film Noir der 1940er zu stammen, eine Femme fatale, stylish, mysteriös, extravagant. Die Nebel wallen über der Bay Area, der Asphalt glänzt regennass, und Emmeline führt Maddox an die unwahrscheinlichsten Orte. Aber nichts, gar nichts ist so, wie es scheint …

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.11.2022

Historisch anmutende Atmosphäre statt "Gewaltpornografie": Das ist für Katharina Granzin zentral bei der Lektüre von Jonathan Moores "Poison Artist." Ein Serienkiller flößt seinen Opfern kurz vor ihrem Exitus schmerzerzeugende Mittel ein, wie der Chemiker Caleb, selbst nicht frei von problematischem Substanz-Konsum, feststellt. Der Protagonist wisse bei diesen Fällen nicht so recht, woran er ist, erfahren wir von der Rezensentin, die zudem die Frage stellt, ob Calebs geheimnisvolle Affäre Emmeline nicht auch in dieses Rätsel verwickelt sein könnte. Was der Roman an übermäßiger Konstruiertheit aufweise, werde durch die Atmosphäre wettgemacht, verrät Granzin und empfiehlt die neblige San Francisco-Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.09.2022

Rezensent Tobias Gohlis hat mit Jonathan Moore eine "Entdeckung" gemacht. Dessen erster ins Deutsche übersetzter Roman liest sich, wie ein Drogenrausch sich anfühlt, und zwar einer von der eher ambivalenten Sorte, bei der man immer wieder zwischen euphorischer Hellsichtigkeit und bedrückendem Nebel schwankt. Das Nebel-Äquivalent in "Poison Artist" ist jenes einhüllende und -lullende "Zwielicht zwischen Realität und Imagination", in dem sich Moores Protagonist Caleb Maddox tastend voran bewegt. Sein Auftrag: Eine rätselhafte Mordserie aufzudecken. Sein Ziel: Die mysteriös schillernde Emmeline, bei der man als Leser nicht so recht weiß, wessen Fantasie sie denn nun entsprungen ist: Der des Autors, oder der des Protagonisten? Ein packender Thriller, der einerseits an die düstere Romantik Edgar Allen Poes erinnert und andererseits Züge eines sehr zeitgemäßen Magischen Realismus trägt, so der angetane Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2022

Passagenweise findet Rezensent Kai Spanke diesen Krimi des amerikanischen Anwalts Jonathan Moore gar nicht übel: Der Toxikologie Caleb, der sich in einer vergifteten Beziehung quält, soll eine Mordserie an gutsituierten Männern in der Bucht von San Francisco aufklären, die allesamt mit einem grauenvollen Nervengift getötet wurden. Das findet Spanke nicht schlecht geplottet. Aber leider gebe Moore seinem Hang zu Kulinarik und Noir-Klischees allzu sehr nach: Eine Femme Fatale, Trüffelrisotto und "hingehauchtes Gerede" ergeben kaum mehr als Oberflächenpolitur, bedauert Spanke.
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