Aus dem Amerikanischen von Dagmar Mallett. An einem klirrend kalten Dezembernachmittag in Sibirien wird der Wildhüter Juri Trusch zum Ort eines unglaublichen Geschehens gerufen. Im Wald hinter einer Einsiedlerhütte liegen die blutigen Überreste des Gelegenheitswilderers Markow im Schnee. Markow wurde durch eine offenbar sorgsam geplante Tat regelrecht ausgelöscht. Ein Akt der Rache - vollzogen von der blitzschnellen, vier Meter langen, 300 Kilo schweren Inkarnation eines Mythos: dem Amur-Tiger. Er ist der unbestrittene Herrscher der gewaltigen, prähistorisch anmutenden russischen Taiga. Trusch ermittelt, dass dieses Exemplar nicht aus Hunger oder Notwehr gehandelt, sondern seinem Opfer gezielt aufgelauert hat. Ein nie dagewesener Fall. Wenig später schlägt es wieder zu. Trusch muss das Tier finden. Auf seiner Suche in der Wildnis lernt er den Tiger immer besser kennen - seine Geschichte, seine Motive, die ihn zum Menschenjäger machen, seine von erstaunlicher Intelligenz und Intuition zeugenden Handlungen. Bis es zum finalen Aufeinandertreffen der beiden Jäger kommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2010
John Vaillants Reportage über die - reale! - Jagd auf einen menschenfressenden Tiger in Primorje, dem südöstlichsten Zipfel Russlands, fand Rezensent Christian Jostmann außerordentlich spannend. Wie Vaillant die Jagd auf den Tiger beschreibt, die Menschen in Primorje, den Leiter der Jagd, Juri Trusch, die Beziehung zwischen Jäger und Beute - das alles hat den Rezensenten fast wie ein Schauerroman gepackt. "Unbedingt lesenswert", findet er. Nur die Versuche Vaillants, historische Verbindungslinien zu ziehen, haben ihn gestört. Warum Paviane, die von einem Löwen gefressen werden, den Autor an wehrlose Bauern im Mittelalter denken lassen, hat sich ihm nicht erschlossen.
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