John Updike

Endpunkt

Und andere Gedichte
Cover: Endpunkt
Rowohlt Verlag, Reinbek 2009
ISBN 9783498068882
Gebunden, 110 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel. John Updike debütierte als Lyriker. Seine erste Veröffentlichung war 1958 ein Band mit Gedichten. Jahr für Jahr standen Updike-Gedichte im "New Yorker". Am Ende seines Lebens wiederum Lyrik - für Martha, die bat: ein Buch noch. Die Eröffnung von "Endpunkt" ist sehr persönlich. Ein Langgedicht, eine Folge von Reflexionen über seine Geburtstage, über Vergewisserung des eigenen Tuns ("der Sprache Schönheit abgewinnen", "Worte", "bleibt noch"), bis am 6. November 2008 die erschreckende Wende folgt: "Der Tod fand das Tor, durch das er eintritt: meine Lunge", und am 28. Dezember: "Die Biopsie zeigt Metastasen" - Beobachtungen, Erinnerungen, Mitteilungen auf dem Sterbebett.
Danach versammelt der Band vom Augenblick angestoßene Themen: Golf, Filmstars, eine Mondfinsternis, amerikanische Städte und Landschaften, die Erinnerung an Freunde und Gefährten. Auch Grotesken wie 'Der Tod eines Computers' und Beispiele des amerikanischen Genres "light verse".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.02.2010

Zwar kann man das "elegante Bändchen" mit Gedichten nach Ansicht von Klaus Harpprecht nicht zu den ganz großen Dichtungen John Updikes zählen, trotzdem haben diese zweiundzwanzig Gedichte ihn bewegt. Auch als "Protokoll eines Sterbens", denn es sind den Informationen des Kritikers zufolge Updikes letzte literarische Arbeiten: teils Gelegenheitsgedichte, aber auch hübsche Einfälle wie eine späte Hymne auf die Schauspielerin Doris Day oder ein "mokanter" Nachruf auf sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.11.2009

Burkhard Müller stellt John Updikes letztes, postum erschienenes Buch vor, den Lyrikband mit dem bezeichnenden Titel "Endpunkt". Als erstes stellt der Rezensent fest, dass die Titelblattillustration in die Irre führt: In den Gedichten wird keine sich rundende Lebensbilanz gezogen, sondern in der Todesnähe die Linearität des Lebens erfahren. Themen und Motive, die den Prosaautor Updike beherrschten, wie das Erotische, sind auch in den Gedichten zu finden, doch schieben sich Erfahrungen von Alter und Tod davor, und die "einst begehrten Frauen" werden als ebenfalls alternd wahrgenommen, stellt Müller fest. Trotzdem nimmt der Rezensent eine große Gelassenheit und "Dankbarkeit" gegenüber dem Leben beim Autor wahr. In Ordnung geht für ihn die Verlagsentscheidung, die Gedichte nur in deutscher Übersetzung und ohne Kommentar abzudrucken, denn so komme Updike ungestört zu Wort.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2009

Jürgen Brocan stellt voller Bewunderung den letzten Gedichtband von John Updike vor, den dieser noch kurz vor dem Tod im Januar dieses Jahres zusammengestellt hat. Tod, Krankheit und Abschied sind die Leitthemen, die sich durch die Gedichte ziehen, allerdings bar jeglicher Sentimentalität und im gewohnten "Updike-Sound", dieser Mischung aus Ernst und Bissigkeit, erklärt der Rezensent. Der Band zeigt Updike als facettenreichen, sehr pointierten und genauen Lyriker, dessen "Erlebnislyrik" sich vom Momenthaften löst und in "glasklare Beobachtung" mündet, wie Brocan lobt. Auch wenn Updike in erster Linie Romancier war, seine Lyrik besticht in den Augen des begeisterten Rezensenten durch ihr großes Rhythmusgefühl und ihre Präzision. Der deutschen Übersetzung hätte es nach seinem Dafürhalten zwar besser getan, nicht ganz so treu den Zeilenumbrüchen des Originals zu folgen, alles in allem aber kann sie durchaus einen Eindruck von Updikes Dichtkunst vermitteln, betont Brocan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

John Updikes letzte Gedichte, die nun in dem Band "Endpunkt und andere Geschichten" auch auf Deutsch vorliegen, haben Rezensent Heinrich Detering beeindruckt und berührt. "Das Eintreten des Todes", befindet er, "vollzieht sich hier gleichsam vor unseren Augen". Auch wenn die Gedichte um Themen wie Krankheit, Angst, Depression und Sterben kreisen, findet Detering sie bemerkenswert gelassen, nie larmoyant und "musikalisch schön". Ja, er bescheinigt ihnen eine "eigenartige Leichtigkeit und Souveränität" und fühlt sich bei der Lektüre an eine alte ars moriendi, die Kunst des Sterbens erinnert. Die Übersetzung der Gedichte hält er im Großen und Ganzen für "zuverlässig". Allerdings trifft sie seiner Einschätzung nach nicht immer den lakonischen Ton des Originals (was "kaum zu vermeiden" sei). Auch erweckt die deutsche Fassung den falschen Eindruck, so Detering, Updike habe in freien Versen geschrieben. Aus all diesen Gründen hätte Detering sich eine zweisprachige Ausgabe gewünscht.
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