John Stape

Im Spiegel der See

Die Leben des Joseph Conrad
Cover: Im Spiegel der See
Marebuchverlag, Hamburg 2007
ISBN 9783866480711
Gebunden, 543 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Wer sich an Joseph Conrad mit Floskeln wie "Sie als Autor" wandte, wurde in der Regel unwirsch unterbrochen: "Ja, ich bin Autor, aber ich bin auch ein Mensch. Bitte vergessen Sie das nicht!" Dieser Mensch sagte von sich selbst, dass er drei Leben hatte: als Pole, als Seemann, als Schriftsteller. Doch Joseph Conrad war auch Ehemann, Vater und Freund und als solcher selbst denen, die ihm am nächsten standen, nur allzu oft ein menschliches Rätsel. John Stape zeichnet die verschlungenen Lebenslinien des Mannes nach, der am 3. Dezember 1857 als Jozef Teodor Konrad Korzeniowski in der Nähe von Kiew geboren wurde, für die britische Krone zur See fuhr und später als «Joseph Conrad» zu unsterblichem Ruhm gelangte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2008

Zu Joseph Conrads 150. Geburtstag im letzten Dezember sind zwei neue Biografien des Autors erschienen - neben dieser noch Elmar Schenkels "Fahrt ins Geheimnis". Sie sind, wie der (kürzlich jung verstorbene) Rezensent Uwe Pralle feststellt, denkbar unterschiedlich angelegt, beide lesenswert und ergänzen sich darum bestens. Jonathan Stape ist als Herausgeber von Conrads Werk ein ausgewiesener Kenner des Schriftstellers. Einigermaßen überraschend findet es der Rezensent angesichts der Werkkenntnis des Autors freilich, dass dieses in der Biografie im Grunde nicht vorkommt. Stape konzentriere sich mit programmatischer Nüchternheit auf die Fakten. Aus der Zeit, bevor der Pole Conrad zum englischsprachigen Schriftsteller wurde, ist nicht sonderlich viel bekannt; Stape aber spekuliert nicht, sondern interessiert sich dann eben auf Heller und Pfennig für die Krise der Seefahrt sowie die Einkommensverhältnisse des Autors. Mit mancher Legende, stellt Pralle befriedigt fest, wird dabei aufgeräumt. Für den an den Tatsachen des Schriftstellerlebens Interessierten ist dieses Buch ein Gewinn. Was den Menschen aber zum Schriftsteller machte, das bleibe hier seltsam ausgeklammert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007

Anlässlich des 150. Geburtstags von Joseph Conrad sind zwei Biografien erschienen, die John von Düffel in Augenschein genommen hat. John Stapes Lebensbeschreibung beeindruckt den rezensierenden Schriftsteller durch ihre extreme Nüchternheit. Stape wisse, dass Conrad als Meister der Selbsterfindung seine biografischen Hintergründe gern manipulierte und seinem Leben einen fiktionalen Anstrich gab. Deshalb verlasse sich der englische Autor ausschließlich auf gesicherte Fakten, die sich als zuverlässige Informationen über Conrads Leben niederschlagen, womit der Leser allerdings, wie Düffel etwas melancholisch feststellt, eine "gewisse Entzauberung" der schillernden Persönlichkeit des Schriftstellers in Kauf nehmen muss

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Nicht umsonst verweist der Untertitel darauf, dass es John Stape um "Das Leben des Joseph Conrad" geht. Bei der biografischen Deutung des Werks Werk hält sich Stape bei seinem Buch über den polnisch-britischen Schriftsteller also zurück, wie der Rezensent Wolfgang Schneider ohne Enttäuschung feststellt. Dafür wird ihm in dieser Biografie der Lebenslauf "in allen Details" serviert. Besonders gut funktioniert das laut Schneider im ersten Part, in dem es um die schwere Kindheit Conrads geht. Stape nimmt sich dabei immer zurück und pflegt zudem einen angenehmen Erzählton, was nicht zuletzt dafür verantwortlich sein dürfte, diese Lebensbeschreibung leidlich "lesenswert" zu machen.
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