John Kilaka

Frische Fische

Eine Tiergeschichte aus Tansania. (Ab 5 Jahre)
Cover: Frische Fische
Pro Juventute Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783715204512
Gebunden, 32 Seiten, 12,68 EUR

Klappentext

Übersetzt aus dem Kisuaheli von Christine Hatz, bearbeitet von Anna Katharina Ulrich. So viele Fische hat Sokwe Schimpanse schon lange nicht mehr gefangen. Sie werden ihm auf dem Markt ein schönes Sümmchen einbringen. Alle freuen sich mit ihm. Nur Hund hat anderes im Kopf. Hund will Sokwes Fische selber fressen, das Wasser tropft ihm vor lauter Gier aus dem Maul. Wie wird es ihm gelingen, an die Beute ranzukommen? Und wie reagieren die anderen Tiere der Dorfgemeinschaft? Mit Witz und Ironie erzählt John Kilaka vom Dorfleben in Tansania - oder könnte sich die Geschichte ähnlich auch hier abspielen?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2001

Seit längerem schon bemüht sich der Kinderbuchfond Baobab in Zusammenarbeit mit terre des hommes Schweiz um Kinderbücher aus dem außereuropäischen Bereich, die ohne diese Unterstützung keine Chance hätten, den Weg in hiesige Kinderzimmer oder Bibliotheken zu finden. Ursula Sinnreich stellt zwei höchst unterschiedliche und faszinierende Bücher vor.
1) John Kilaka: "Frische Fische. Eine Tiergeschichte aus Tansania"
Es ist mehr als das fremdartige Lokalkolorit, versichert Sinnreich, was dieses Bilderbuch aus Tansania so aufregend neu erscheinen lässt. Ohne weiteres lasse sich nämlich diese Geschichte aus der afrikanischen Tierwelt auf hiesige Verhältnisse übertragen. Eine tierische Dorfgemeinschaft als Ansammlung schrulliger und mehr oder weniger listiger Charaktere, die sprachlich pointiert und mit trockenem Humor geschildert wird, so Sinnreich. John Kilakas leicht stilisierte Bildsprache wirkt auf sie einfach und kräftig zugleich und sei darum besonders wirkungsvoll. Man muss schon gesehen haben, schwärmt Sinnreich, wie kess Frau Antilope beim Tanz mit dem jungen Elefantenherrn die Hüfte schwenkt.
2) Chen Jianghong: "Zhong Kui. Ein Besuch in der Pekingoper"
Bei diesem Buch gerät Sinnreich richtig ins Schwärmen! Zwar sei entfernt ein europäischer Einfluss zu spüren, meint Sinnreich, denn immerhin lebe der Autor in Paris und habe auch die Regeln des Genres eingehalten, wie etwa die Schrift ins Bild zu integrieren. Ansonsten aber stellt das mit traditioneller chinesischer Technik - Tusche auf Reispapier - gearbeitete Buch eine "absolute Ausnahmeerscheinung" dar. Es verkörpert für Sinnreich eine gänzlich ferne und verschlüsselte Welt, der ein besonderer Zauber innewohne. Die Gesichter beispielsweise seien von maskenhafter Farbigkeit und rätselhafter Undurchdringlichkeit, meint die Rezensentin, während Gestik und Mimik sehr ausdrucksstark und auf Anhieb verständlich seien. Das Nachwort klärt über den Symbolcharakter der Farben auf, verrät Sinnreich - die Guten seien rot, Schurken blau und Verräter weiß - aber, so versichert sie, die Geschichte sei auch ohne Erläuterungen nachvollziehbar.