John Edwards

Die spanische Inquisition

Cover: Die spanische Inquisition
Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2003
ISBN 9783538071537
Gebunden, 203 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Harald Ehrhardt. Die spanische Inquisition ist ein furchtbares Kapitel der europäischen Geschichte. Papst Johannes Paul II. hat sich für ihre Verbrechen entschuldigt - dennoch bleibt sie "Vergangenheit, die nie vergeht". Der Oxforder Historiker John Edwards, beschreibt die mittelalterlichen Grundlagen, die Verfolgung von Ketzern, Juden und Mauren, die Geschichte der spanischen Inquisition von ihrer Errichtung (1478) bis zu ihrer offiziellen Aufhebung (1834). Er analysiert die blutigen Ereignisse und stellt sie in den Zusammenhang einer Gesellschaft, die auf Verfolgung basierte und einer Bewegung wie der Inquisition erst den Boden bereitete.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.01.2004

Rezensent Christian Jostmann zeigt sich insgesamt angetan von John Edwards Geschichte der spanischen Inquisition, die, 1481 ins Leben gerufen, bis zu ihrer Aufhebung im Jahr 1834 das religiöse Leben in Spanien nachhaltig geprägt hat. Jostmann lobt insbesondere Edwards sachliche Darstellung der Thematik. Als Reaktion auf das gewaltbereite Misstrauen großer Bevölkerungsgruppen gegenüber konvertierten Juden und Muslimen eingerichtet, diente die Inquisition dem katholischen Königspaar Ferdinand und Isabell auch der Festigung der staatlichen Einheit Kastiliens und Aragons, referiert Jostmann. Edwards beschreibe, welche Auswirkungen dies auf die spanische Gesellschaft hatte und wie die Inquisition schließlich von der Aufklärung unterminiert wurde. Dass Edwards die katholische Kirche im Schlusskapitel dafür lobt, sich mittlerweile von den Missetaten, die in ihrem Namen verübt wurden, distanziert zu haben, findet Jostmann zwar "schön und gut". "Aber", gibt er zu bedenken, "ist Institutionenpädagogik wirklich Aufgabe der Geschichtswissenschaft?"
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2003

Einen recht kritischen Blick wirft Rezensent Horst Pietschmann auf John Edwards' Buch "Die spanische Inquisition". Gewagt findet er etwa, dass Edwards mehr als 1500 Jahre auf etwa 180 Seiten zusammenfasst. Das erfordere "Mut zur Lücke". Für fragwürdig hält er diesbezüglich, dass Edwards die "fundamentalen Beiträge" der französischen Geschichtsschreibung zum Thema von Autoren wie Bataillon, Bennassar, Chaunu, Perez, Redondo übergeht. Edwards' These, die neuzeitliche Inquisition sei überall, wo sie eingeführt wurde, selbst in Rom, ein Instrument des frühneuzeitlichen spanischen Imperiums gewesen, erachtet Pietschmann als "etwas abenteuerlich" und von der neueren Forschung widerlegt. Dass das ältere Gegensatzpaar von Reformation und Gegenreformation in den Forschungsdebatten zunehmend verblasst, entgehe dem Autor ebenso wie das vorreformatorische theologische Spektrum zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts in Spanien. Immerhin hält Pietschmann dem Buch zu Gute, dass es unpolemisch angelegt ist und sich eng an sein Thema hält. Einen "mit spanischer Geschichte vertrauten Historiker" kann es nach Ansicht des Rezensenten freilich nicht zufriedenstellen. Dennoch könne es einem breiteren Publikum insoweit empfohlen werden, so Pietschmann, "als es erheblich fragwürdigere Titel zum Thema auf dem Markt gab und gibt."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2003

Die spanische Inquisition war nicht gerade eine Sternstunde in der Geschichte der katholischen Kirche. Das bezeugt John Edwards' Studie "Die spanische Inquisition", die die Geschichte dieser Institution von ihren Anfängen bis zu ihrem offiziellen Ende 1829 nachzeichnet, und damit Rezensent Kersten Knipp außerordentlich beeindruckt hat. "Ausführlich" schildere Edwards Verhör- und Foltermethoden, die Verfahren der Urteilsfindung, die Straf- und Bußprozessionen sowie den Kreis ihrer weiteren Opfer wie getaufte Muslime, Lutheraner, Homosexuelle und Bigamisten, berichtet Knipp. Entstanden ist ein "schlankes, übersichtliches Buch", freut sich Knipp, das sich "hervorragend" zur Einführung in die komplexe Geschichte der spanischen Inquisition eigne und zudem einen "umfassenden Überblick" über den gegenwärtigen Forschungsstand gewähre.
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