Marguerite Duras

Der Liebhaber

1 CD
Cover: Der Liebhaber
Hörbuch Hamburg, Hamburg 2017
ISBN 9783957130648
CD, 14,00 EUR

Klappentext

1 CD, 83 Minuten Laufzeit. Hörspiel, inszeniert von Kai Grehn (Deutscher Hörbuchpreis 2012). Aus dem Französischen von Ilma Rakusa, Komposition von Yuzhe Song. Gesprochen von Alexander Fehling, Nina Kunzendorf, Paula Beer und Dagmar Manzel. Sie sind ein ungleiches Paar im Indochina der Dreißigerjahre. Er ein Chinese aus reichem Elternhaus, sie eine französische Halbwaise, die mit ihrer Mutter in einem einst herrschaftlichen Haus lebt. Ein abgedunkeltes Zimmer im geschäftigen Treiben Saigons wird der heimliche Zufluchtsort der Liebenden. Ihre sexuelle Erkundung ist ein rebellischer Aufschrei gegen die strengen Regeln der tropischen Kolonie und die familiären Machtspiele.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2017

Rezensentin Sylvia Prahl mag das "Entrückte" in den Hörspielen von Kai Grehn. Und so wird sie auch von der Ruhe, die sich aus der gelungenen Mischung der "wohlgesetzten" Dialoge und der traditionellen chinesischen Musik von Song Yuzhe ergibt, schnell in den Bann gezogen. Mit Paula Beer, die die fünfzehnjährige Marguerite "abgeklärt" und zugleich zart spricht, und mit Alexander Fehling, der dem Liebhaber eine angemessene Verzweiflung verleiht, ist Prahl ebenfall zufrieden. Dagmar Manzels Erzählpart gerät der Kritikerin allerdings bisweilen zu pathetisch. Und Grehns Entscheidung, ganze Passagen auf Französisch zu zitieren, findet die Kritikerin auch nicht ganz nachvollziehbar.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.02.2017

Rezensent Alexander Cammann staunt: So kitschfrei hat er Marguerite Duras' "Liebhaber" noch nicht erlebt. Das verdankt er neben der Inszenierung von Regisseur Kai Grehn vor allem dem formidablen Sprecherensemble: Dagmar Manzel etwa trägt Duras' schlichtes Pathos mit zurückgenommener Präzision vor, Paula Beer verleiht dem jungen Mädchen dahingehauchte Willensstärke und Alexander Fehling brilliert als sensibler, unterlegener Chinese, lobt der Kritiker. Song Yuzhes fernöstliche Avantgarde-Klänge sind vielleicht ein bisschen zu viel, aber nicht weiter störend, schließt Cammann.
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