Johann-Günther König

Pünktlich wie die deutsche Bahn?

Eine kulturgeschichtliche Reise bis in die Gegenwart
Cover: Pünktlich wie die deutsche Bahn?
zu Klampen Verlag, Springe 2018
ISBN 9783866745766
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ab 1835 entwickelte sich die Eisenbahn in Deutschland zu einem unverzichtbaren Verkehrsmittel. Sie blieb es bis zu Beginn der 1960er Jahre, als die Massenmotorisierung die "gute alte Zeit" der Eisenbahn beendete. Ihr Anteil im Personenverkehr ist seitdem auf nicht einmal ein Zehntel geschrumpft. Inzwischen konkurriert sie zudem mehr schlecht als recht mit Billigfliegern und Fernbussen und kann mangels politischer Weichenstellungen ihre System- und Umweltvorteile nicht ausspielen. Johann-Günther König erzählt die Geschichte der zunehmend krisenhaften Beziehung von Mensch, Politik und Eisenbahn. Dabei ist Kritik an der Bahn nicht erst ein heutiges Phänomen. Bereits 1836 hieß es etwa: "Der Tritt zum Wagen ist zu hoch, um auf und ab zu gehen." Gegenwärtig sind es nicht nur Verspätungen, Zugausfälle und Betriebsstörungen aller Art, die den den Ruf des Marktführers Deutsche Bahn schädigen. König zeigt die Probleme und Möglichkeiten des immer komplexeren Eisenbahngeschehens auf und fragt, wie und inwieweit überhaupt noch die Weichen für einen Neuanfang gestellt werden können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2018

Hannes Hintermeier bekommt mit Johann-Günther Königs Buch eine Kulturgeschichte des Bahnreisens und mehr. Nostalgisch, wirtschaftsgeschichtlich, in Rückblicken und mit Zitaten von Thomas Mann bis Fritz Mautner, aber auch kritisch Kleinstaaterei, Dreiklassengesellschaft und Tarifkämpfe begutachtend, üppiges Literaturverzeichnis und Fußnotenarsenal inklusive. Aber eigentlich geht es dem Autor um etwas anderes, erkennt der Rezensent: König will die Bahn retten. Das Versagen der Politik in dieser Hinsicht macht der Autor durch den Vergleich mit der Schweiz hinlänglich deutlich, so Hintermeier. Königs Haltung, sein Verzicht auf Witze und Nörgelei und seine nüchterne Bestandsaufnahme imponieren dem Rezensenten.

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