Jörg-Uwe Albig

Ueberdog

Roman
Cover: Ueberdog
Tropen Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783608501278
Gebunden, 223 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Stella kennt sich aus in der High Society. Als Gesellschaftsfotografin lichtet sie die Reichen und Schönen ab. Sie geht auf ihre Feste und sucht sehnsüchtig ihre Nähe. Als sie einer Gruppe von Obdachlosen begegnet, die wie aus dem Nichts auf einer Party aufkreuzen, glaubt sie, den wahren Glamour entdeckt zu haben. Mit dem Finger auf dem Auslöser ihrer Kamera folgt sie ihnen - und verliert sich in ihrer Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.08.2013

Den im Text enthaltenen Protest gegen den Lustkapitalismus findet Felix Stephan politisch okay. Leider muss der Autor dafür seine Heldin über die Klinge springen lassen, und das sieht der Rezensent nur ungern mit an. Wenn der Promi-Fotografin Stella Sachs die gewinnbringende Einheit von Armut und Schönheit aufgeht, ist ihm Jörg-Uwe Albigs Figur, die "brachial affirmative" Endverbraucherin mit einem Faible fürs Glamouröse, nämlich längst ans Herz gewachsen. Albigs verheißungsvoll einfache Geschichte entpuppt sich für Stephan als verhängnisvoll einfacher Roman.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.04.2013

Jörg Uwe Albigs Roman "Ueberdog" verströmt für Armin Schreiber die "Sehnsucht nach Transzendenz". Im Mittelpunkt sieht er die Tochter eines Kioskbesitzers, die aufsteigt zur Fotografin der Hamburger High-Socity, der Schönen, Coolen und Glamourösen, um sich, enttäuscht von dieser Szene, einer Gruppe von Obdachlosen anzuschließen, die im Rohbau der Elbphilharmonie ihre eigene Party feiert. Idee und Umsetzung des Romans scheinen Schreiber "kühn", aber gelungen, auch in seinen irritierenden Momenten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2013

Jörg-Uwe Albig kennt sich als ehemaliger "Stern"-Redakteur und Kunstjournalist in Modewelt und Kreativszene ziemlich gut aus, weiß Rezensent Martin Halter. In "Ueberdog" greift sich der Autor eine noch ziemlich junge Untergrundkultur heraus, den Penner als Fashion victim, angesagt sind Alditüten und Urinflecken, berichtet Halter, "der wahre Hipster trägt Lumpen aus dem Container". Albigs Protagonistin Stella ist eine Mode- und Gesellschaftsfotografin, die sich aus der langweiligen High Society ausklinken möchte. Aufnahme findet sie bei einer Gruppe von Obdachlosen, deren Anführer - er nennt sich wahlweise Schmiddel, Wotan, Beriberi, Bang-Cock und gelegentlich auch Sebastian Stern - der angesagteste "It-Boy" Hamburgs ist und der ihr als rettende Lichtgestalt in einer oberflächlichen, unauthentischen Welt erscheint, fasst der Rezensent zusammen. Albig überzeugt Halter mit allerhand Insider-Witz von seiner Szenekenntnis, seine Protagonistin bleibt für den Rezensenten aber zu sehr eine Kunstfigur, der Roman zu sehr ein gewollt provokantes Experiment.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2013

David Hugendick mag den Sprachwitz in Jörg-Uwe Albigs "Ueberdog", das von der Faszination der Fotografin Stella für Menschen mit dem 'gewissen Etwas' erzählt. Meistens sind das Prominente aus Hamburg, so der Rezensen. Aber der Künstler Schmiddel ist ein anderes Beispiel, ein Obdachloser. Ihm folgt die Protagonistin in ein Leben auf der Straße und stellt dabei fest, dass auch dort die gleichen Unterschiede und Hierarchien zwischen Menschen herrschen. In ihrem Blick für andere bemerkt sie nicht, dass sie dabei, wie ein fallender Stern, ihre eigene Leuchtkraft verliert. Hugendick gefällt, dass Albig frei von moralischen Wertungen erzählt, findet ihn allerdings "etwas zu verliebt in seine Idee von der Austauschbarkeit der Sphären".
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