32 Seiten Schwarzweiß-Abbildungen. Christa Wolf ist die einzige bedeutende Autorin, die man unmittelbar mit der DDR verbindet. Geboren 1929, groß geworden im Faschismus, war ihr Weg ins Erwachsenenleben gleichbedeutend mit dem Entstehen der sozialistischen Gesellschaft. Früh wurde sie mit ihren Büchern, Reden, Aufsätzen - oft gegen Parteibonzen und Ästhetikwächter - zu einer moralischen Leitfigur. Ihre politische Sternstunde erlebte sie am 4. November 1989 als Rednerin auf dem Alexanderplatz. Die Biografie erzählt von Wolfs Leben und Werk, von ihren Kompromissen und ihren Standhaftigkeiten und ist auch eine Geschichte der DDR. Im Westen wurde sie zu einer Identifikationsfigur für die Frauen- und die Friedensbewegung. Nach der Wende geriet sie wegen ihrer Stasi-Kontakte in den 1950er-Jahren in die Kritik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2002
Mit Mutter Christa, prophezeit uns der Rezensent, sei endgültig Schluss nach dieser Lektüre. "Liebevoll erzählt" findet Jens Bisky die "suggestive" Biografie des Journalisten Jörg Magenau aber dennoch und lobt ausdrücklich Magenaus Bemühung, die "loyale Dissidentin" Wolf und ihre Motive "zu verstehen und ernst zu nehmen". Bedenken hat Bisky indessen angesichts einer persönlichen Nähe des Autors zu seinem Gegenstand, die distanzierende Urteile zwar durchaus zulässt, den "Versuch, die Figur der Zeitgeschichte im Kontext ihrer Zeit zu zeigen", jedoch vermissen lässt. "Es fehlt in dieser vielfach glänzend beobachteten Biografie der kalte Zugriff des Historikers." Dieser, zusammen mit der ein oder andren Überlegung zu den Eigenheiten des Nach-Wende-Schicksals der Schriftstellerin, zu ihrem ungebrochenen Erfolg, meint Bisky, hätte das Buch komplettiert.
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