Jörg Hannemann

Die Wärme des Körpers der Frau Pietsch

Roman
Cover: Die Wärme des Körpers der Frau Pietsch
Berlin University Press, Berlin 2012
ISBN 9783862800230
Gebunden, 252 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der unerfahrene, wenig mehr als 30jährige, in sein Selbst versponnene Heinrich Glöde gerät als Hilfsrestaurator nach Groß Schwülper. Und begegnet als Untermieter der Mangelführerin Maria Pietsch, die als junges Mädchen aus Schlesien hatte flüchten und im Laufe ihres Lebens weitere Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Während Frau Pietsch, ihren täglichen Mittagsschlaf vortäuschend, im Bett liegt und trinkt, zählt Glöde in ihrer Küche die Fliegen, legt ohne und mit Frau Pietsch Patience, und später essen sie Schnittchen. Glödes Betrachtungen seines Lebens zeugen von einem distanzierten, naiven und deshalb verwunderten Erstaunen. Und zudem von einem durch Lebensleid erworbenen, durch Schwermut genährten Humor eines Menschen, der an manchen Tagen sogar über seine eigenen Unzulänglichkeiten zu reflektieren vermag.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2012

Wunderbar deprimierend scheint Rezensent Kai Sina dieser Roman von Jörg Hannemann. "Die Wärme des Körpers der Frau Pietsch" ist in seinen Augen die "Negation einer Bildungs- und Entwicklungsgeschichte". Im Mittelpunkt des Werks sieht er einen 30jährigen Hilfsrestaurator, der sich, bindungs- und verantwortungsscheu, von Frau zu Frau durch die Kälte und Tristesse der norddeutschen Provinz treiben lässt. Deren ungeschminkte, von jeder falschen Romantisierung absehende Darstellung scheint Sina die Stärke des Romans. Besonders hebt er hierbei Hannemanns Beschreibung Delmenhorsts in den 70er Jahren als "stadtgewordene Depression" hervor.
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