Mit einem Nachwort von Jürgen Ploog. Schon in Fausers frühen Gedichten und experimentellen Prosatexten kann von Pose und Erfindung keine Rede sein. Da lebt jemand das, was er schreibt, was er als Text hinausbrüllt oder flüstert. Zu spüren sind auch Fausers erste Helden Kerouac und Burroughs, die ihn vielleicht nach Tophane und in die Sucht, vielleicht auch zum Schreiben getrieben haben. In diesen Texten, die von Beat bis Cut-up reichen, geht Fauser aufs Ganze.
Von Jörg Fauser, der Ikone des New Journalism in Deutschland, können unsere heutigen Edelfedern lernen, wie eine literarische Reportage wirklich aussehen muss, meint Rezensent Helmut Böttiger. Fauser ging es nie darum, die Wirklichkeit in ein konsumierbares Konstrukt umzuschreiben, betont Böttiger, sondern kompromisslos durch eigenen Erfahrungen anzureichern. Toll also, dass der Diogenes Verlag zum 75. Geburtstag des mysteriös ums Leben gekommenen Autors neue Werke vorlegt. Der Band "Rohstoff. Elements" versammelt die Texte, die Fauser in den Jahren zwischen 1968 und 1974 schrieb, also in jenem Zeitraum, von dem der Roman "Rohstoff" handelt. Böttiger sieht Fauser hier noch im Borroughs Fieber und gewillt, die amerikanische Hardcore-Poesie in die Bundesrepublik zu schmuggeln. Interessant zu beobachten, meint er, wie sich das im Laufe der Zeit abschleift und aus dem Avantgardisten ein Krimiautor wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2019
Für Schriftsteller Michel Decar war Jörg Fauser immer ein bewundernswerter Autor mit einem ganz eigenen Stil, der fernab vom Kritikerlob geniale Bücher wie "Rohstoff Elements" oder "Das Schlangenmaul" schrieb, weshalb Decar sich über deren Neuauflage sehr freut. Dem Rezensenten zufolge sind Fausers Romane, die vom rauen deutschen Großstadtmilieu der 80er inklusive Kneipenschlägereien, Bahnhofsviertelleben und Kriminalität erzählen, ein ganz eigenes, nicht moralisierendes Genre, das er als "BRD-Pulp" beschreibt und von dem man seiner Meinung nach nicht genug bekommen kann.
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