"Letterfontäne" ist ein einzigartiges Handbuch über die gedruckte Schrift - beginnend mit den ersten Versuchen des Menschen, sich mit visuellen Zeichen und Zeichnungen zu verständigen. Das Buch behandelt die Form und Anatomie jedes Buchstaben im Alphabet (einschließlich der Satz- und Sonderzeichen). Es erklärt die Verbindungen zwischen einzelnen Schriftarten und bedeutenden Kunstwerken und -strömungen von Gutenbergs Zeit bis heute. Es thematisiert die Ästhetik des digitalen Zeitalters und gibt typografische Empfehlungen, etwa zur Wahl der geeigneten Schriftart für einen bestimmten Auftrag. Abgerundet wird das Handbuch durch einen eingehenden Vergleich serifenbetonter und serifenloser Schriftarten, einen Essay über Maßsysteme und Zeichen, Ratschläge zu typografischen Regeln und eine Anleitung zur Entwicklung digitaler Schriftarten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2011
Susanne Gmür räumt unumwunden ein, dass es sich bei der mittlerweile in vierter Auflage vorliegenden "Letterfontäne" um ein schönes und nützliches Buch handelt. Die "Grandezza" jedoch, die der Herausgeber an den Tag legt, indem er auf dem Einband "Das ultimative Handbuch zur Typographie" anpreist, lässt die Rezensentin gezielt nach Schwachstellen suchen. Und sie wird fündig: Vertikal geripptes Papier im dritten Teil erschwere die Lesbarkeit, und die Auswahl des Beispieltextes für die Demonstration der diversen Schriftarten im zweiten Teil hält Gmür ebenfalls für einen Fehlgriff. Im ersten Teil wiederum, der sich der Geschichte der Typographie widmet, fördert die Kritik so manchen inhaltlichen Fehler zutage: Ärgerlich und bisweilen unfreiwillig komisch seien Schnitzer wie beispielsweise eine Formulierung, welche die Erfindung des Rauchverbot-Zeichens in Form und Funktion den Urmenschen zuschreibt. Dennoch: "Edel, hilfreich und gut" lautet das Prädikat, das die Rezension dem Buch trotz der angeprangerten Schwachstellen anheftet.
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