Joel Turnipseed

Bagdad Express

Kriegstagebuch
Cover: Bagdad Express
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004
ISBN 9783434505747
Gebunden, 227 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Harald Riemann. Im Sommer 1990 wird der Philosophiestudent Joel Turnipseed aus der Uni geworfen und Saddam Hussein überfällt Kuwait. Ein halbes Jahr später ist Turnipseed im Krieg, als Fahrer des 6. Motor-Transport-Bataillon des US- Marine-Corps, der Tag und Nacht Bomben durch die endlose saudische Wüste transportiert: der legendäre "Bagdad Express". Bewaffnet mit allen Zutaten des modernen High-Tech-Krieges und einem Sack voller Philosophie-Bücher, versucht Turnipseed die Quadratur des Kreises - Kämpfer und Beobachter zugleich zu sein, ironischer Teilnehmer der Absurditäten des militärischen Wahnsinns und mitfühlender und mitleidender Außenseiter.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2004

Joel Turnipseed war 22 Jahre, als er mit den Marines in den Irak ging, während des Ersten Golfkriegs. Er war außerdem Philosophiestudent - was er heraushängen lässt, wie Angela Schader ein wenig genervt anmerkt - und entstammte einer zerrütteten Familie. Im Irak war er nicht an der Front eingesetzt - ja, genau genommen war er überhaupt nicht im Irak, sondern als LKW-Fahrer in Saudi-Arabien, um Kriegsmaterial nach Kuwait zu befördern. Eindrücklich sind die von ihm geschilderten Szenen dennoch, stellt die Rezensentin fest, wenn auch ganz und gar nicht im Register des Spektakulären. Vielmehr erfahre man manches über "Sticheleien und die stinkenden Socken der Zeltgenossen" und galoppierende Langeweile, die dazu führt, dass Turnipseed die Lust an der Selbstgefährdung entdeckt. Trotz des zeitlichen Abstands aber, trotz des intellektuellen Gestus' des Ganzen: "Analyse", Reflexion, Formbewusstsein darf man, warnt Schader, nicht erwarten. Als authentische Erinnerung aber hat sie das Buch überzeugt.