"Rebellion" erzählt die Geschichte einer Nacht. Eine Mietwohnung, ein Mann im Fernsehsessel, allein, arbeitslos seit Geburt, einer, dem das große Sozialexperiment seines Lebens misslungen ist. Von oben, unten, seitlich die Störgeräusche der Nachbarn, dieser "Höllenbewohner", mit denen man wenn überhaupt Feindberührung hat. Zwischen lauter Apparaten hockend, die ihm pausenlos Bruchstücke angeblicher Aktualität vermitteln, blickt er mal in die Flasche, mal in den Fernseher, mal aus dem Fenster auf die Straße und Algier, Kairo, Berlin verschmelzen zu einem einzigen Erinnerungs- und Abenteuerparcours. Jochen Beyse imaginiert die Arabellion als Ego-Shooter-Szenario und die heimische Samstagnacht als grotesken Aufstand gegen die Gespenster einer medialen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2013
Erstaunlich gern lässt sich Nicole Henneberg vom Autor in das existentielle Labyrinth einer vergammelten, allein von Gamekonsolen und Flachbildschirm erhellten Großstadtwohnung mitnehmen, um Jochen Beyses Beckettschem Antihelden beim Ausagieren einer tragisch-komischen Couch-Rebellion zuzusehen. Für Henneberg eine Versuchsanordnung mit Witz und Erkenntnispotenzial, nicht zuletzt da die Figur ein abgehalfterter Schriftsteller ist, dem die Sätze und Ideen immer noch im Kopf rumspuken und der sich dauernd inmitten literarischer Anspielungen bewegt.
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