Unter Mitarbeit von Waltraud Petzold. Joachim Petzold war einer der führenden Historiker in der DDR, der besonders mit seinen Arbeiten über die Weimarer Republik und die NS-Zeit weit über Ostdeutschland hinaus bekannt geworden ist, sich aber auch als Schachhistoriker internationales Ansehen erworben hat. Gleichzeitig wirkte er als loyales SED-Mitglied an der Ausgestaltung der DDR-Historiographie zu einer historischen Herrschaftswissenschaft mit, die die zweite deutsche Diktatur legitimatorisch stützte und mit ihr unterging. In seinem autobiografischen Bericht schildert er seinen beruflichen Werdegang vom Studium an der Berliner Humboldt-Universität über seine Zeit als Assistent des Altkommunisten Albert Schreiner bis hin zu seiner langjährigen Arbeit als Forschungsgruppenleiter am (Zentral-)Institut für Geschichte bei der Akademie der Wissenschaften und als Mitautor autoritativer Gesamtdarstellungen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2001
Klaus Schroeder ist sehr unzufrieden über diesen "Rechenschaftsbericht", den Petzold - DDR-Historiker mit Forschungsschwerpunkt in der Weimarer Republik - mit diesem Buch vorlegt, da er die hier vorgenommene "Differenzierung der Realitäten" in der DDR bezweifelt und ihm das meiste allzu "ratlos" vorkommt. Die im Titel des Buches versprochene "Parteinahme" sieht der Rezensent nicht wirklich eingelöst, und er kritisiert, dass vieles "nebulös" bleibt. So zum Beispiel das Eintreten des Autors für die DDR, die Schroeder nicht begründet erscheint oder seine seltsame Weigerung, sich zum Wirken der Stasi zu äußern.
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