Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee und Martin Herbst. ls "Das Spiel mit dem Feuer" 1982 im Original veröffentlicht wurde, erregte der Roman große Aufmerksamkeit und gewann sogleich den Nationalen Literaturpreis Koreas. Oberflächlich betrachtet ist es ein mehrere Generationen umfassender Thriller, doch wird dieser strukturiert durch weitere Ebenen, die Bezug nehmen auf das nationale Trauma Koreas und ein daraus resultierendes spezifisches Bewusstsein. Zahlensymbolik, unterschwellige religiöse und politische Motive schaffen weitere Bedeutungsschichten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2006
Der Rezensent Ludger Lütkehaus ist beeindruckt von der Komplexität, mit der sich der koreanische Schriftsteller Jo Jong-Rae der Geschichte seines Landes in Gestalt seiner beiden Hauptprotagonisten widmet: "Das ist höchst spannend erzählt: ein politischer Thriller mit der Zuspitzung einer griechischen Enthüllungstragödie." Zwar halten die beiden unerbittlich an ihren jeweiligen Standpunkten fest, doch der Autor selbst bricht dieses Grenzziehung durch seine laufenden Perspektivwechsel auf: "Der Polyperspektivismus löst die festgefahrenen Rollen auf: die Erbschaft einer versteinerten Zeit."
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