Aus dem Koreanischen von Hyeong-Shik Kim. Yi Chong-Jun greift in diesem Roman eine wahre Begebenheit auf: Die jüngere Geschichte der vor der Südküste Koreas liegenden Leprainsel Sorok. Eingerichtet als Heilanstalt noch in der japanischen Kolonialzeit, spiegelt sich in den Ereignissen, den Plänen der Anstaltsleitung und den Reaktionen der Patienten in bewegender Weise auch die Nachkriegsgeschichte des Landes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2007
Steffen Gnam zeigt sich tief beeindruckt von Yi Chong-Juns Allegorie auf die Militärdiktatur Park Chung Hees in den 60er Jahren in Südkorea. Ihm imponiert, wie subtil der Autor die autoritäre Herrschaft und die Utopien nachzeichnet, mit denen die Beherrschten geblendet wurden. Auf der Insel Sorok bekommt die Anstalt für Leprakranke einen neuen Direktor, der eine Reihe von "scheindemokratischen" Neuerungen vornimmt und von den Kranken unter anderem einen Damm zur Landgewinnung bauen lässt, der allerdings misslingt, teilt der Rezensent mit. Die Darstellung der vielschichtigen Beziehungen zwischen Herrscher und Beherrschten findet Gnam sehr gelungen, umso unzufriedener ist er mit dem für sein Gefühl gezwungenen Happy End, das eine "glückliche Zukunft" in Aussicht stellt.
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