Jim Rakete

1/8 sec. / Vertraute Fremde

Deutsch - Englisch
Cover: 1/8 sec. / Vertraute Fremde
Schirmer und Mosel Verlag, München 2007
ISBN 9783829602969
Gebunden, 271 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

191 Abbildungen in Duotone und Farbe. Jim Rakete hat sich schon immer für Menschen interessiert, die etwas bewegen - ob in der Politik, auf der Bühne, in den Medien oder in der Kunstszene. Schauplatz ist im wesentlichen Berlin, und sein Spektrum reicht von der Bundeskanzlerin über Kulturschaffende jeder Couleur bis zum Boxweltmeister. Wir sehen uns lauter "vertrauten Fremden" gegenüber, deren Namen jeder kennt, die uns hier aber näher zu kommen scheinen, als ihr öffentliches Bild, ihr Image, es jemals erlauben würde. Das Geheimnis dieser ungewohnten Nähe liegt in Jim Raketes Art zu fotografieren. Da es ihm um eine im doppelten Wortsinn ungeschminkte Wahrheit geht, hat er sich bei seinem jüngsten Projekt einer Technik bedient, die heute schon als exotisch gilt und bald nicht mehr praktizierbar sein wird: Die hier versammelten Porträts sind mit einer alten Plattenkamera aufgenommen, die viel Handarbeit, natürliches Licht und vom Modell vergleichsweise langes Stillhalten erfordert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Sehr enthusiastisch schreibt Freddy Langer über diesen neuen Fotoband des Star-Fotografen Jim Rakete. Mit altertümlicher Großbildkamera zog er los, Gesichter deutscher Kulturprominenz einzufangen. Nicht weniger als ein "Who is who" bekannter Figuren aus Fernsehen, Kino, Politik, Mode, Literatur ist dabei herausgekommen, abgebildet finden sich neben vielen anderen Buchpreisträgerin Julia Franck, aber auch Jürgen Vogel, Mario Adorf und Martin Walser. An keiner Stelle, lobt Langer, zielt Rakete auf den Effekt. Er sucht vielmehr die Konzentration, die Stille, ruhige Momente, es geht ihm, so Rakete selbst, um "Gewebeproben der Seele". Und genau solche hat der Fotograf eingefangen, der sich mit diesem Band, wie der Rezensent begeistert schreibt, "in die erste Riege der Porträtfotografie katapultiert" hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.01.2008

Eindruck hat dieses gewichtige Werk auf Rezensent Tobias Kniebe gemacht, der darin blätternd, staunend noch einmal das untergehende Handwerk des Fotografen inszeniert fand. Es handelt sich, Kniebes Informationen zufolge, im Wesentlichen um Porträts, die der Berliner Fotograf von ehemaligen Weggefährten, einstigen und heutigen Promis aufgenommen hat: Und zwar mit einer riesigen Linhof-Plattenkamera, die für Kniebe selbst eine "eindrucksvolle Persönlichkeit" ist, und das Konterfei der Abgebildeten auf "großflächigen Silbernegativen" festhält, die heute kaum noch hergestellt würden. Auch die Belichtungszeit dauere entsprechend länger, mit einer Achtel Sekunde im Verhältnis zur heutigen Digitalfotografie eigentlich fast eine Ewigkeit. Doch der Rezensent kann das wertvollen Fotomaterial auf den Bildern ebenso spüren, wie das Gewicht des Geräts und die Länge der Belichtungszeit. Und auch Gewicht und Aufmerksamkeit, welche die Abgebildeten selbst dem Prozess des Abgebildetwerdens noch einmal gegeben haben, was für Kniebe im Ausdruck der Fotografierten ablesbar ist.