Aus dem Englischen von Walter Ahlers. In den Miniaturen des britischen Autors Jim Crace über Eros und Tod, über Rituale und Grenzüberschreitungen nimmt er den Leser mit auf eine sinnliche, heitere und nachdenkliche Reise durch die Metaphysik des Essens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2002
Ein bisschen unbescheiden findet Angela Schader, dass der 1946 geborene britische Exzentriker Jim Crace, ein "Proteus in der zeitgenössischen englischen Literaturlandschaft", seine Sammlung von 46 Texten als Roman ausgibt. Denn auch wenn die teuflischen Geschichten über das Essen ab und an einen inneren Bezug zueinander zu haben scheinen, sind sie insgesamt, meint die Rezensentin, doch eher eine Speisefolge von solch unschönen "Kategorien" wie "Entsagung, Enttäuschung, Erfüllung" und "Verrat". Damit warnt die Rezensentin auch schon vor dem, was den Leser hier erwartet. Hier gehe es nicht um Rezepturen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen, sondern um Zusammensetzungen, nach deren Lektüre, mutmaßt Schader, das Essen eine zeitlang "besonnener" wahrgenommen würde. Denn Crace' Geschichten seien keine leichte Kost, zumal einem verdorbene Muscheln oder merkwürdige Keime gewaltig auf den Magen schlagen können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2002
Als Shooting-Star der britischen Autorenszene handelt Thomas Wild den 59-jährigen Jim Crace, der in Deutschland bislang zwei Romane veröffentlicht hat. Das vorliegende Buch nun ist eine Geschichtensammlung, die, so Wild, von mephistophelischem Talent zeugt. Nach bewährtem Muster würden in 64 Erzählstücken kleinere Happen aus "Satans Speisekammer" Sinnliches und Erotisches mit Skurrilem kombiniert und serviert. Das Ergebnis: höchst vergnüglich, findet der Rezensent, und nie um eine Prise schwarzen Humor verlegen. Den roten Faden bildet das Thema Essen, das einen ganzen Kosmos von Begebenheiten, Leidenschaften, Ängsten entfaltet. Fast jede Geschichte hätte auch mit dem Tod zu tun, so Wild, kleine kulinarische Schauergeschichten, die häufig am Meer spielen und den Rezensenten gelegentlich an Gedichte von William Carlos Williams und sein Spiel mit Farben und Licht, Früchten und Farben erinnern.
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