Jens Balzer, Martin tom Dieck

Neue Abenteuer des unglaublichen Orpheus

Die Rückkehr von Deleuze
Cover: Neue Abenteuer des unglaublichen Orpheus
Arrache Coeur Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783907055557
Kartoniert, 50 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

s/w-Comic.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2002

Nur weil Wiederholungen Sicherheit geben und soziales Leben erst möglich machen, sind sie nicht per se langweilig, und deshalb ist der Comic als "philosophisches Medium" überaus geeignet, meinte laut Rezensent Christian Schlüter zumindest Gilles Deleuze. In diesem zweiten Comic von Martin tom Dieck und Jens Balzer zu Deleuze, Barthes, Foucault, Lacan, und anderen, angesiedelt im Hades, geht es denn auch um die Wiederholung, die "unabschließbar" ist und aufs Lustprinzip verweist - und das scheint Schlüter irgendwie zu gefallen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2002

Die Feststellung der Rezensentin, der tägliche Deleuze-Strip aus der FAZ sei "nun" als Buch herausgekommen sei, ist schon ulkig: Der erste Band erschien bereits 2000, der Nachfolgeband im vergangenen Jahr und zwar bei der Rezensentin um die Ecke, im Zürcher Verlag Arrache Coeur, "einer guten Adresse für die große Kunst in den kleinen Kästchen". Aber was soll's. Alexandra Kedves kümmert ja vor allem der zweite, noch frischere Band (wenn sie auch erklärt, dass die Kenntnis des ersten dessen Lektüre bereichert). Der sei "Verkleidungsspiel, Verwandlungsspiel, Wortspiel ... ganz ohne Angst vor Schwärze und Schweigen". Ein Schattenspiel, auf das sich Martin tom Dieck bestens verstehe. "Jedes differierende Detail spottet da jedem (philosophischen) Diktum, das sich immer gleich bleibt und doch immer anderes meint". Beglückt konstatiert sie, dass Dieck/Balzer die Grundbegriffe, Lieblingszitate, Buchtitel von Kästchen zu Kästchen "mit Leichtigkeit, aber ohne Flapsigkeit" jonglieren. "Bitte gern, bitte noch einmal".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.12.2001

Dass der Zeichner Dieck ein Meister der Vieldeutigkeit ist, beweist unserem Rezensenten Martin Zeyn der Comic, in dem Dieck und sein Autor Jens Balzer Gilles Deleuze und seine Philosophenfreunde in den Orkus schicken und Anekdoten aus dem Leben der großen Toten, Comicgeschichte und Anspielungen auf Philosopheme verbinden. Das Ganze mit einem Hang zu freien Rhythmen, statt dem Ablauf der Story zu folgen, wie es Zeyn erklärt, der uns am Schluss seiner Besprechung noch einmal den Dieck als Phänomen festhält: "Er zeichnet traumwandlerisch - und streng organisiert. Mehrere seiner Arbeiten sind wortlos. Rein mit Bildern zu erzählen, der Logik und dem Rhythmus des Comics zu folgen, das versuchen viele Autoren. Martin tom Dieck gelingt es.", lobt Zeyn.