Jennifer Egan

Look at me

Roman
Cover: Look at me
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783895612220
Gebunden, 535 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gabriele Haefs. Achtzig Titanschrauben halten das Gesicht des Models Charlotte Swenson nach einem schweren Autounfall zusammen. Nichts erinnert mehr an ihr früheres Aussehen. Als sie nach ihrem Krankenhausaufenthalt wieder zurückkehrt in ihr Appatement im 25. Stock ist sie wie eine Fremde in New York, jener Stadt, die ihr früher die Welt bedeutete.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.02.2003

Susanne Meyer bespricht eingehend diesen Roman, in dem ein Modell und ein Terrorist gemeinsam in einen Verkehrsunfall verwickelt sind und damit in eine "neue Existenz" hineingeworfen werden. Während das Modell vom Zeigen ihrer Schönheit lebt, ist dem Terroristen daran gelegen unsichtbar und unerkannt zu bleiben, fasst die Rezensentin den Antagonismus der beiden Hauptfiguren zusammen. Die amerikanische Autorin, selbst eine "gerühmte Schönheit", wie die Rezensentin weiß, versucht mit ihrem Roman die "Obsessionen einer medialen Gesellschaft" zu beschreiben, die lediglich auf die Oberfläche zu schauen imstande ist, so Meyer resümierend. Dabei gelinge ihr, ein "scharfes Bild" von der "Bedrohung" dieser oberflächlichen Medienrepräsentationen zu zeichnen. Das findet die Rezensentin um so erstaunlicher und faszinierender, als dass das Buch schon kurz vor dem 11. September 2001 erschienen ist, als man noch nicht ahnen konnte, wie real diese Bedrohung in Wirklichkeit ist. Meyer beschreibt den Roman als "ambitioniert" und die Autorin als von "kühler Intellektualität" und vor allem "rasanter Erzählkraft" geprägt. Sie sieht sich "hoffnungsvoll" an den "whiskygegerbten Alt" großer Erzählerinnen der amerikanischen Literatur wie Dorothy Parker und Lillian Hellman erinnert und preist insbesondere die Szene des Romans als "unvergesslich", in dem das Model, das endlich erstmals seit dem Unfall wieder ein Shooting hat, erkennen muss, dass die Öffentlichkeit längst von makelloser Schönheit gelangweilt ist und "echtes Blut sehen will".
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